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Tempo 80 für A 66

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Von: Sonja Thelen

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Noch gilt auf der Autobahn in Höhe der Ludwig-Landmann-Straße Tempo 100.
Noch gilt auf der Autobahn in Höhe der Ludwig-Landmann-Straße Tempo 100. © peter-juelich.com

Anwohner und Ortsbeirat fordern auf der Autobahn A 66 zwischen Eschborner Dreieck und Innenstadt ein durchgängiges Tempolimit von 80 Stundenkilometern. Sie versprechen sich davon eine erhebliche Lärmminderung.

Auf der Autobahn A 66 soll zwischen Eschborner Dreieck und Innenstadt ein durchgängiges Tempolimit von 80 Stundenkilometern gelten, um Anwohner in Westhausen (Westring) und Rödelheim vor Lärm zu schützen. Mehrheitlich verabschiedete der Ortsbeirat 7 in seiner Sitzung am Dienstagabend eine entsprechende Initiative der Fraktion der Farbechten/Die Linken.

Zuvor hatten sich in der Bürgerfragestunde Anwohner aus der Fuchstanzstraße massiv über den Krach durch die A 66 beklagt. Erheblich habe der Lärm zugenommen, nachdem das Land Hessen 2010 unter dem damaligen Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) die Geschwindigkeitsbeschränkung von 120 Stundenkilometern zwischen Nordwestkreuz und Autobahnende komplett aufgehoben hatte, berichtete Anwohnerin Bettina Mandellaub. 2002 sei sie in die Straße gezogen. Damals galt auf der A 66 bereits ein 80er-Tempolimit, sodass sie den Verkehr nur als Hintergrundrauschen empfunden habe.

Später folgte eine Anhebung zunächst auf Tempo 100, dann auf 120, bis 2010 das Limit vollends gekippt wurde. „2011 haben wir Nachbarn uns wegen des deutlich gestiegenen Lärms zusammengeschlossen“, schildert Mandellaub. „Einige leiden seither unter Schlafstörungen, Kreislaufproblemen oder Kopfschmerzen.“ Mehrere Briefe haben die Anwohner – erfolglos – an die Verkehrsbehörde „Hessen Mobil“ geschrieben. Auch organisierten sei einen Termin vor Ort, eine Unterschriftenaktion in der Nachbarschaft und Lärmmessungen, die Spitzenwerte von bis zu 73 Dezibel erbrachten. Mehrmals montierten sie für ein Transparent an der Autobahn-Brücke an der Ausfahrt Ludwig-Landmann-Straße. Der Spruch „Hier wohnen Menschen. Bitte freiwillig 80 kmh“ sollte die Autofahrer für die Situation der dort lebenden Menschen sensibilisieren.

Lastwagen sind das Hauptproblem

Jetzt hoffen die Lärmgeplagten auf den Ortsbeirat und den Magistrat. „Tempo 80 würde eine erhebliche Entlastung bringen. Wichtig ist zudem, dass auf diesem kurzen Teilstück der A 66 bis zum Autobahnende Miquelallee durchgängig dasselbe Tempo gilt“, betonte Inge Pauls von den Farbechten/Die Linken. Ihre Fraktion hatte den Antrag eingebracht, der mit den Stimmen von SPD, Grüne und Torben Zick (fraktionslos) bei Stimmenenthaltung von CDU verabschiedet wurde. FDP, Freie Wähler und Republikaner stimmten dagegen.

Vor allem Freidemokrat Sebastian Papke hatte zum Unmut der Anwohner erheblichen Zweifel am lärmmindernden Effekt durch ein 80er-Tempolimit: „In einer Stadt wie Frankfurt werden Sie den Lärm nicht weg bekommen. Das Hauptproblem sind die Lastwagen. Tempo 100 oder 120 macht nicht viel aus.“

Dem widersprachen sowohl Anwohner als auch Thomas Demel (Grüne) und Torben Zick: Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegten den lärmmindernden Effekt durch Tempolimits. „Auch haben Studien ergeben, dass Straßen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern besser nutzbar seien“, so Demel.

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