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April, April!

Aprilscherze

Aprilscherze in Frankfurt: Sauber in den April geschickt

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April, April: Am Montag gab es jede Menge Aprilscherze zu lesen.

Früher, in den 80er Jahren, sind die Kinder am 1. April in Sachsenhausen um die Häuser gezogen und haben Menschen erschreckt. Sie klingelten wahllos bei irgendwelchen Leuten, und wenn diese dann über die Gegensprechanlage fragten, was denn los sei, riefen die Kinder aufgeregt: „Wir sind mit unseren Fahrrädern gegen Ihre Autotür gefahren, und jetzt ist die ganze Tür Schrott.“ Da kamen die Autobesitzer dann wütend angelaufen, und die Kinder haben gerufen „April, April“, und danach haben alle gelacht. Das ging so lange gut, bis einer im Sachsenhäuser Landwehrweg behauptete, in seiner Autotür sei wirklich eine Beule, die die Kinder bezahlen müssten – nichts Aprilscherz.

Nun kann man über Humor streiten, aber zumindest war es damals üblich, Menschen tatsächlich in den April zu schicken, sprich: Man erzählte eine Geschichte, die die Zuhörer veranlasste, irgendetwas zu tun. Von dieser Tradition ist offenbar nicht viel geblieben, wenn man sich die Aprilscherze in Frankfurt und Umgebung so ansieht. In der Regel handelt es sich dabei einfach um Fake-News.

Kämmerer Uwe Becker (CDU) behauptete am Montag etwa, Frankfurt werde eine Digitalsteuer einführen. Vorgesehen sei die Besteuerung von Mails sowie Nachrichten über Messenger-Dienste wie WhatsApp, Facebook, Instagram und Twitter. Pro Zeichen würden 0,1 Cent fällig, Fotos würden mit 50 Cent, Videos mit einem Euro besteuert. „Die Höhe der erwarteten Einnahmen ist noch offen“, teilte Becker mit.

April, April: Versenkbare Sitzbänke, Dornstraße, SUV-Verbot

Auch PR-Mann Jürgen Aha versuchte sich an einem Gag. Das Altstadt-Forum, dessen Initiator er ist, fordere den Wiederaufbau des Technischen Rathauses. Der Wiederaufbau der Altstadt müsse rückabgewickelt werden.

Die SPD in Sachsenhausen griff die Debatte über die abgebauten Sitzbänke am Adlhochplatz auf und teilte mit, die Stadt werde sechs versenkbare Bänke aufstellen lassen. Der Deutsche Alpenverein behauptete, er habe einen Grüne-Soße-Riegel sowie einen Grüne-Soße-Smoothie entwickelt, damit Wanderer das Frankfurter Nationalgericht unterwegs genießen können. Und wo wir gerade bei der Grünen Soße sind, die bekanntlich in Oberrad ihren Ursprung hat: Der Stadtteil wird autofrei, wie das Internetportal „Oberrad.net“ berichtete.

Auch jenseits der Stadtgrenzen wurde fleißig gescherzt: Die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) forderte, die Straße, in der ihr Ministerium seinen Sitz hat, in Dornstraße umzubenennen. Was logisch wäre, denn tatsächlich arbeitet sie in der Rheinstraße. Und wie hieß ihr Vorgänger? Richtig, Boris Rhein. Derweil präsentierte das Finanzministerium eine Reform des Briefportos. Handgeschriebene Liebesbriefe sollen ohne Marke befördert werden, die Kosten übernimmt das Land.

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Und die Frankfurter Rundschau? Die berichtete in ihrer Online-Ausgabe von einer Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Dort wurde angeblich ein Verbot von SUV-Fahrzeugen für die Frankfurter Innenstadt verkündet. Dem Vernehmen nach verkauften daraufhin Dutzende Eigentümer solcher Autos ihre Wagen – da muss man schon sagen: Sauber in den April geschickt, die Kinder aus Sachsenhausen wären stolz auf die FR.

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