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Sorgen sich, was auf sie zukommt: Taxifahrer am Frankfurter Flughafen.

Fahrverbot in Frankfurt

Die Taxibranche ist beunruhigt

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Das Fahrverbot für Dieselfahrzeuge betrifft in Frankfurt mehr als Tausend Taxen. Und der Kauf neuer Fahrzeuge sei für die Taxi-Unternehmer nicht rentabel.

Die Taxibranche in Frankfurt verunsichert das drohende Dieselfahrverbot. Denn die komplette Flotte mit 1712 Fahrzeugen tankt Diesel - mit Ausnahme eines elfenbeinfarbenen Elektro-Teslas, der meist am Flughafen steht.

„Vom Fahrverbot ab Februar 2019 sind zunächst rund 20 Fahrzeuge betroffen“, sagte Karl Heinz Kitzinger. der zweite Vorsitzende des Branchenverbands Taxi-Vereinigung Frankfurt. Diese 20 Fahrzeuge hätten die Euro-4-Norm. „Aber mindestens 60 Prozent der Taxen haben die Euro-5-Norm“, sagte Kitzinger. Ab September 2019 würde das Fahrverbot demnach mehr als 1000 Taxen betreffen. „Was sollen wir denn jetzt machen?“, fragte er.

Die Taxen in Frankfurt seien im Durchschnitt vier bis fünf Jahre alt. Der Kauf neuer Fahrzeuge sei für die Taxi-Unternehmer nicht rentabel. Eine Umrüstung der Euro-5-Fahrzeuge mit SCR-Filtern zum Preis von 1500 bis 2500 Euro pro Fahrzeug wäre aus Sicht der Taxi-Vereinigung sinnvoller. „Bezahlen müsste das allerdings die Automobilindustrie“, forderte er. Dann müsste das Kraftfahrtbundesamt die eingebauten Harnstoff-Tanks („Ad Blue“) plus Filter noch zulassen, damit eine Aufnahme in den Fahrzeugschein möglich wäre oder eine Ersatzbescheinigung ausgestellt werden könne.

Über die Beteiligung der Automobilindustrie an der Hardware-Umrüstung will die Bundesregierung bis Ende September entscheiden. „Wenn das bezahlt wird, würden wir gerne umrüsten.“ Doch wäre eine Umrüstung der kompletten Flotte bis September 2019 kaum zu schaffen.

Daher setzt sich die Taxi-Vereinigung Frankfurt für Übergangsfristen oder Ausnahmeregelungen ein. „Taxis, Handwerker, Lieferanten müssten für drei Jahre vom Fahrverbot freigestellt werden“, sagte er. Bis 2022 wäre es möglich, die Taxiflotte in Frankfurt auf Euro-6-Norm umzustellen.

Von dem Vorhaben der Stadt Frankfurt, gemeinsam mit der Taxibranche ein „Pilotprojekt E-Taxi“ mit 50 Elektro-Fahrzeugen zu entwickeln, hat Kitzinger schon länger nichts mehr gehört. „Das wäre auch nicht so leicht umsetzbar, weil die vorhandenen Ladesäulen nicht ausreichen“, sagte er. Im Magistratsbericht von September 2017 heißt es noch: „Ziel ist die Inbetriebnahme von 50 E-Taxis im Jahr 2018.“

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