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Kubi-Geschäftsführer Arif Arslaner in den Büros seines Vereins im Frankfurter Ostend. © peter-juelich.com
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Kubi-Geschäftsführer Arif Arslaner in den Büros seines Vereins im Frankfurter Ostend. © peter-juelich.com

Frankfurt

Tausende Unternehmen suchen Nachfolge

  • Stefan Simon
    VonStefan Simon
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Der Verein für Kultur und Bildung (Kubi) in Frankfurt setzt mit seinem neuen Projekt „follow mi“ auf migrantische Gründungsinteressierte.

Tausende Unternehmerinnen und Unternehmer suchen eine oder einen Nachfolger:in. Der Verein für Kultur und Bildung (Kubi) will daher mit seinem neuen Projekt „follow mi“ insbesondere migrantische Gründerinnen und Gründer als mögliche Nachfolger ansprechen. „Menschen mit Migrationsgeschichte machen sich überdurchschnittlich oft selbstständig. Statt neu zu gründen bietet eine Unternehmensnachfolge viele Vorteile. Das wollen wir vermitteln“, erklären Emre Berk und Nalan Saval, Projektverantwortliche bei Kubi. Allein der Anteil migrantischer Unternehmen bei der Unternehmensberatung Kompass liege bei 75 Prozent, so Geschäftsführerin Ellen Bommersheim.

Besonders handwerkliche Betriebe suchen Nachfolger:innen. „Das sind Ressourcen in Deutschland, die wir nicht verlieren dürfen“, sagt Arif Arslan, Geschäftsführer von Kubi. Und sein Kollege Berk ergänzt: „Es geht auch darum, die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands in Deutschland zu sichern.“ Um sich der Dimension bewusst zu machen, wie hoch der Bedarf an kleinen und mittelständigen Unternehmen ist, lohnt sich ein Blick auf die Zahlen. Bundesweit hätten 260 000 Unternehmen Nachfolgebedarf. „Das entspricht einem Anteil von sieben Prozent“, sagt Berk.

Im Kammerbezirk der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, zu dem die Städte und Kreise Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Kreis Offenbach, Groß-Gerau, Hochtaunus, Taunus, Bergstraße und der Odenwaldkreis zählen, suchen 10 000 handwerkliche Betriebe eine Nachfolge oder seien „übergabefähig“, wie Benedikt Fröhlich von der Handwerkskammer sagt.

FACHTAGUNG

Kubi lädt alle Interessierten zum Fachabend „Chancen sehen, neue Wege gehen: Unternehmensnachfolge - Wie geht das?“ ein.

Der Abend findet statt am Montag, 1. November, um 18 Uhr über Zoom. Eine vorherige Anmeldung bis Donnerstag, 28. Oktober, ist notwendig.

Die Anmeldung erfolgt über Nalan Seval per Mail an seval@kubi.info. stn

Warum so viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden, habe mehrere Gründe, sagt Ellen Bommersheim. „Es scheitert nicht am Geld, denn dafür gibt es mit dem Gründer- oder Beteiligungsfonds viel Hilfe. Manche kümmern sich zu spät um eine potenzielle Nachfolge, oder sie sind nicht zukunftsfähig“, sagt sie. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass es bei einigen Unternehmen an der digitalen Umsetzung hapere.

Bei migrantisch geführten Betrieben komme es oft zu familiären Konflikten, ergänzt Emre Berk. „Die Übergabe erfolgt innerhalb der Familien, aber oft gibt es verschiedene Sichtweisen, wie das Unternehmen weitergeführt werden soll. Wir führen Vermittlungsgespräche mit den Familien.“

Ein weiteres Problem sei die Akzeptanz ausländischer Berufstitel. Die Hürden in Deutschland seien hoch, sagt Fröhlich. Deswegen seien für migrantische Gründerinnen und Gründer auch ausländerrechtliche Fragen zu beachten, so Bommersheim. Alle ausländischen Berufstitel, ob EU oder Nicht-EU-Staatsangehörigkeit, würden einzeln geprüft, sagt Fröhlich. „Das kostet aber viel Zeit.“

Das Projekt „follow mi“ bietet Gründungsinteressierten und nachfolgesuchenden Unternehmen Info- und Fachveranstaltungen an - und die Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen. Kubi kooperiert dabei mit seinen Partnern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

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