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Das Wanderheim befindet sich im Feldbergturm. Bild: Renate Hoyer
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Das Wanderheim befindet sich im Feldbergturm. Bild: Renate Hoyer

Frankfurt/Taunus

Taunusklub muss geschlossen bleiben

  • VonMatthias Bittner
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Das renovierte Wanderheim auf dem Feldberg kann wegen Brandschutzmängel nicht vor Ende 2021 öffnen. Für den Verein ist das ein gravierender Einschnitt.

Die Hiobsbotschaften bei der Frankfurter Sektion des Taunusklub Stammklubs reißen im Moment nicht ab – der Zweite Vorsitzende Wolfgang Lenz ist derzeit nicht zu beneiden. Knapp drei Wochen ist es her, da wurde ihm mitgeteilt, dass das frisch renovierte Wanderheim, das der Klub auf dem Feldberg betreibt, vorerst bis Ende 2021 geschlossen bleiben muss. Auch der Aussichtsturm darf nicht mehr betreten werden. Der Brandschutz bereitet Probleme: „Ein zweiter Fluchtweg muss geschaffen werden, für uns ist das eine Katastrophe“, sagt er.

Mit der Vermietung der Zimmer hatte der Verein 2019 rund 15 000 Euro eingenommen – neben den Beiträgen der etwa 400 Mitglieder ist das die einzige nennenswerte Finanzquelle. Weil im vergangenen Jahr das Wanderheim aufwendig modernisiert worden ist und der Betrieb wegen der Corona-Pandemie und auf absehbare Zeit wegen des fehlenden Fluchtwegs ruhen muss, fehlen die Einnahmen. „Wenn sich das nicht ändert, sind wir in einem Jahr pleite“, prophezeit Lenz.

Der 80 000 Euro teure Umbau des Wanderheims wurde zwar mit Eigenmitteln finanziert. Zum Glück habe der Klub keinen Kredit aufnehmen müssen. Ansonsten wäre man noch mehr in Bedrängnis geraten. Allerdings seien die Rücklagen bis auf eine eiserne Reserve und der vom Ortsbeirat 3 (Nordend) gewährten Corona-Hilfe von 5000 Euro aufgebraucht. „Die Summe reicht nur noch ein paar Monate“, sagt Lenz etwas ratlos.

Die Mängel waren bei einer Gefahrenverhütungsschau der Feuerwehr Schmitten und von einem Brandschutzgutachter festgestellt worden. Die stellvertretende Intendantin des Hessischen Rundfunks (HR), Gabriele Holzner, zeigte sich überrascht: „Wir haben nicht mit solchen Ergebnissen des Gutachtens gerechnet und sind sehr betroffen, welche Auswirkungen dies nun haben wird.“

Dem HR gehören die Gebäude auf dem Feldberg. Er vermietet sie an die Frankfurter Sektion des Taunusklub Stammklubs. „Wir bezahlen ab sofort aber nur noch 50 Prozent der Miete“, berichtet Lenz. Seinen Angaben zufolge muss eine außenliegende Treppe als zweiter Fluchtweg angebracht werden. „Eine Rutsche, über die man von der Aussichtsplattform des Turms aus nach unten flitzen kann, wäre das Beste – das wäre die Attraktion“, sagt Lenz mit Galgenhumor. Er weiß, dass das aussichtslos ist. Wanderheim und Aussichtsturm stehen unter Denkmalschutz.

„Im Moment klären wir mit den Behörden und dem Denkmalamt, was zu tun ist“, sagt Hedda Coulon, Justiziarin beim HR und unter anderem für Liegenschaften zuständig. Zum jetzigen Zeitpunkt könnten noch keine Angaben gemacht werden. Nach ersten Schätzungen rechnet der HR aber offenbar mit Aufwendungen in Höhe von 300 000 Euro, um den Mangel zu beseitigen. Lenz ist an einer schnellen Lösung gelegen, allein daran glauben mag er aber nicht.

Der fehlende zweite Fluchtweg ist nur eine von vielen Baustellen, mit denen die Frankfurter Sektion des Taunusklub Stammclubs zu kämpfen hat. Das „verstaubte“ Image müsse abgestreift werden, der Club müsse sich präsentieren und neue Mitglieder werben. Vielen wüssten nämlich nicht, dass sich der Verein neben seiner Hauptaufgabe, dem Markieren von Wanderwegen, etwa auch dem Singen widme.

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