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Römerbriefe

Tatütata

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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OB Peter Feldmann posiert gerne mit Menschen in Uniform. Doch so leicht lassen sich diese Fotos gar nicht machen. Die Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Busch: Und auf deinem Twitter-Foto posierst du wirklich vor einem Polizeihubschrauber?

Leppert: Ja. Geiles Bild, oder?

Busch: Nein, überhaupt nicht geil. Voll martialisch. Was sollen unsere Leserinnen und Leser denken?

Leppert: Kaum ist der Göpfert weg, muss man sich hier für alles rechtfertigen.

Sie werden bemerkt haben, dass es von unserem Oberbürgermeister recht viele Fotos gibt. Und täglich, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, täglich gibt es mehr. In jüngster Zeit findet Peter Feldmann (SPD), es sei eine gute Idee, mit Leuten in Uniform zu posieren. So entstand erst einmal ein Foto mit einer Bundeswehreinheit, die dem Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Kontakten hilft. Und wenig später ließ sich Feldmann mit Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei ablichten, die die Corona-Regeln in Frankfurt durchsetzen sollen und das offenbar machen wollen wie die Sheriffs im Wilden Westen oder wie John Rambo persönlich. Jedenfalls sehen sie auf dem Foto extrem selbstbewusst aus.

Wir verstehen Feldmann schon. Gerade in Krisenzeiten vermitteln Fotos, auf denen führende Politiker:innen mit Leuten in Uniform zu sehen sind, ja auch Sicherheit. Vielleicht nicht unbedingt unseren Leserinnen und Lesern, aber das hilft Feldmann ja nicht weiter. Wenn nur die Leserschaft der FR abstimmen dürfte, wäre die AfD nicht im Römer, und Horst Reschke könnte am Biertisch statt im Stadtparlament mit seinen Erlebnissen als Polizist angeben.

Insofern wird Feldmann weiter die Nähe zur Polizei suchen. Aber wie stellt er das an? Fototermine sind nicht leicht zu organisieren. Wir haben da mal wieder ein paar Ideen.

Feldmann und das SEK: Der Oberbürgermeister gibt sich nicht mehr mit Streifenpolizistinnen und -polizisten zufrieden. Er will ein Bild mit dem Sondereinsatzkommando. Um das zu organisieren, ruft er die 110 an und behauptet, Baudezernent Jan Schneider (CDU) habe Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) als Geisel genommen, um eine Zusage für einen Standort für die Europäische Schule zu erpressen. Das SEK rückt an, Feldmann legt sich neben den Scharfschützen, sein Sprecher Olaf Schiel will gerade das Foto machen – da wird der Einsatz abgebrochen: Feldmanns Amtskette glänzt so dermaßen in der Sonne, dass die Polizei fürchtet, der Standort des Scharfschützen werde so verraten.

Feldmann und die BFE: Bei der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) arbeiten auch ganz harte Typen. Grund genug für ein Foto. Das Problem dabei: Die BFE prügelt bei Demos lieber auf Linke als auf Rechte ein, das gibt Ärger mit dem Wahlvolk. Die Lösung: Feldmann meldet beim Ordnungsamt unter dem Namen Markus Frank eine Demo mit dem Titel „Linke Zentren erhalten – patriarchale Strukturen zerstören – Deutschland, halt’s Maul“ an. Dann legt er Frank ein Antifa-Shirt ins Büro. Der geht damit auf die Straße, weil er denkt, die Abkürzung stehe für „Autofahrende Neandertaler tanken in Frankfurt auf“. Die Polizei entdeckt ihn, die BFE rückt an und will gerade loslegen, Feldmann setzt für das Foto sein Lächeln auf – da wird auch dieser Einsatz abgebrochen. Frank hatte rechtzeitig gerufen: „Ich freue mich über jede Polizeikontrolle, ich habe auch nichts zu verbergen.“

Feldmann und die Kripo: Zumindest mit der Kriminalpolizei sollte ein Foto möglich sein. Feldmann ruft an, es meldet sich ein „Hilfskommissar Pürsün“, der ankündigt, er werde zum Fototermin einen zehnseitigen Fragenkatalog zum AWO-Komplex mitbringen. Feldmann lehnt ab.

Feldmann und der Schutzmann vor Ort: Dann aber ein Foto mit einem Stadtteilpolizisten. Der Oberbürgermeister zieht mit einem Uniformierten durch Harheim, Kalbach und Bonames. Aber dann entdeckt Feldmann ein viel schöneres Fotomotiv. Einen Weihnachtsbaum. Der trägt zwar keine Waffe, aber die Bilder machen noch viel mehr her…

Sandra Busch und Georg Leppert gehören zum Team der FR, das aus dem Frankfurter Römer berichtet.

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