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„Fridays for future“: Die Demo der Schülerinnen und Schüler endet am Heizkraftwerk West

Klimaaktivisten

Fridays-for-Future-Protest in Frankfurt

Der Fridays-for-Future-Protest endet am Freitag vor dem Frankfurter Heizkraftwerk.

Hunderte junge Klimaaktivisten sitzen bei einer Kundgebung vor dem Heizkraftwerk West im Gutleutviertel. Wie jeden Freitagmittag gingen sie gestern erneut für mehr Klimaschutz auf die Frankfurter Straßen. Am Freitag endete ihr Protestzug um 14:30 Uhr erstmals vor dem Heizkraftwerk. An den vorherigen Aktionstagen lösten sich ihre Demonstrationszüge jeweils vor dem Römer auf.

Nach Angaben der Polizei nahmen mehr als 500 junge Demonstranten am Streik für mehr Klimaschutz teil. Seit Wochen gehen Schülerinnen und Schüler in Deutschland nach dem Vorbild der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg am Freitag nicht in die Schule, um für die Umwelt zu protestieren. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass nach der Großaktion in der letzten Woche so viele kommen“, sagt die 16-jährige Maxi Basak, Mitorganisatorin der Frankfurter Ortsgruppe der Bewegung „fridays for future“ (Freitage für die Zukunft). Der 15. März war der bisherige Höhepunkt der Klimabewegung, an dem weltweit gestreikt wurde. „Ich denke, dass das auf Dauer Druck ausübt“, sagt Mia, eine 14 Jahre alte Demonstrantin. Sie ist aus Marburg gekommen, um mitstreiken zu können.

Kurz nach 12 Uhr ziehen die Protestierenden von der Bockenheimer Warte los in Richtung Heizkraftwerk von Mainova. Während sie durch das Frankfurter Westend gehen, singen sie im Chor „oh rettet das Klima“. An der Kreuzung Mainzer Landstraße/ Hafenstraße kommt die demonstrierende Menge zum Stehen. „Hoch für Klimaschutz, runter für die Kohle“, rufen die jungen Klima-Aktivisten. Dabei gehen sie in die Hocke und springen wieder auf. Für wenige Minuten halten sie den Verkehr an der Kreuzung auf, dann setzt der Zug langsam seinen Weg fort.

Beim Kraftwerk angekommen, halten Vertreter von „fridays for future“ und der Nichtregierungsorganisation Attac Reden über Kohlekraftwerke. „Das Heizkraftwerk ist ein Tatort der Klimakrise. Wir müssen die Täter stoppen“, sagt Alexis Passadakis von Attac. Er kritisiert, dass das Jahr 2030 viel zu spät für einen Kohleausstieg sei.

Ebenfalls kommt bei der Kundgebung ein internationaler Gast zu Wort: der 18-jährige amerikanische Klima-Aktivist und Hiphop-Musiker Xiuhtezcatl Martinez. „Wir sind die letzte Generation, die die Zukunft verändern kann. Geht weiter auf die Straßen und streikt“, sagt er zu den Demonstrierenden. Am heutigen Samstag wird ihm vom Senckenberg-Museum der Senckenbergpreis für Natur-Engagement verliehen. „Die Proteste geben mir Hoffnung. Es wird lange dauern, bis sich etwas verändert, aber ich bin sehr optimistisch“, sagt Martinez. Seit mehr als zehn Jahren engagiert er sich für die Umwelt

Am kommenden Freitag soll der Streik an der Konstablerwache anfangen und in die grüne Lunge am Günthersburgpark münden.

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