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Alexander Horn, Betreiber des Graf Kauz, und Corinna Bimboese, Leiterin des Atelierhauses, in dem das Tanzlokal eröffnet.

Clubs in Frankfurt

Tanzlokale öffnen in Frankfurt

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Gleich zwei neue Tanzlokale eröffnen in Frankfurt: das Karlson im Bahnhofsviertel und das Graf Kauz im Ostend. An beiden Orten werden die DJs ausschließlich elektronische Musik spielen. Doch die Konzepte unterscheiden sich.

Das Frankfurter Nachtleben ist um zwei Locations reicher. Im Bahnhofsviertel eröffnet ein neuer Club, das Karlson. Am kommenden Freitag steigt dort die erste große Party. Eine Woche später eröffnet am Samstag im Ostend das Graf Kauz. An beiden Orten werden die DJs ausschließlich elektronische Musik spielen. Die Konzepte sind allerdings unterschiedlich.

Das Graf Kauz im Atelierhaus in der Schwedlerstraße 1 – 5 will offiziell kein Club sein. Und doch soll es dort in den kommenden Jahren regelmäßig Partys geben; in den Wochen nach der Eröffnung vorerst einmal am Wochenende. Dafür werden mehrere Räume im Atelierhaus derzeit aufwendig gestaltet, teilweise wirken Künstler daran mit.

Ein „Wohnzimmer“ im Look der 50er und 60er Jahre werde entstehen, berichtet der Betreiber Alexander Horn, in einem anderen Raum werde „Zauberwald“ das Thema der Gestaltung sein. Außerdem plant Horn in den Räumen einen Kiosk: Unter anderem könnten seine Gäste dort Zahnbürsten, Turnbeutel oder Seifenblasenpistolen erstehen, berichtet er. Jedoch werde der Kiosk erst in einigen Monaten dazukommen.

Insgesamt vier unterschiedlich gestaltete Räume mit zwei Tanzflächen soll es im Graf Kauz geben. Die Wände des größten Floors hat der Künstler Jörg Eibelshäuser gestaltet. Als DJ Sign wird er am Eröffnungsabend auflegen.

„Das passt gut in unser Programm“, sagt Corinna Bimboese, die Direktorin des Atelier Frankfurt. Sie ist zuständig für die Organisation des Atelierhauses in der Schwedlerstraße. Als „interdisziplinäres Haus“ würden sie sich verstehen, sagt sie. Im Graf Kauz würden sich Kunst und Musik verbinden, es sei ein „Ort zum Experimentieren“.

Bunt und ein bisschen „durchgeknallt“

Zur Eröffnung am 10. Oktober wird neben Super Flu, Hanne und Lore, Einzelkind sowie neben einem Live-Auftritt der OhOhOhs auch Horn selbst auflegen (DJ Alex Hawn). In der Frankfurter Clubszene ist er kein Unbekannter. Partyreihen wie „Madame Renarde“ und „Frühsport“ hat er in den vergangenen Jahren an wechselnden Orten veranstaltet, außerdem war er Organisator des „Kuddelmuddel“-Festivals. Bunt gestaltet waren seine Veranstaltungen oft. Bunt und ein bisschen „durchgeknallt“ soll es nach seinen Worten auch im Graf Kauz zugehen.

Schon länger Teil der Clubszene ist auch Nicole Groß. Sie leitet den neuen Club Karlson in der Karlstraße 17 im Bahnhofsviertel. „Wir definieren uns rein über die Musik“, sagt Groß, die in den vergangenen Jahren für das musikalische Programm in den Clubs Velvet und Adlib zuständig war. Beide Clubs sind eher schicke Institutionen des Frankfurter Nachtlebens. Das Karlson jedoch, so Groß, solle ein „Club für jedermann“ sein. An der Tür werde niemand wegen seiner Garderobe abgewiesen, versichert sie. Wer 18 Jahre alt sowie „nicht volltrunken und nicht aggressiv“ ist, komme rein, so Groß.

„Schick“ sei das Karlson ganz bewusst nicht gestaltet, sagt Groß. Sie verweist auf die Filzbezüge, den Asphalt-Boden und auf die blanken Betonflächen. 199 Menschen würden in ihrem neuen Club Platz finden. Sie hofft, dass die Leute ihre Vorurteile ablegen und sich das Karlson anschauen. „Das Wichtigste ist, dass die Leute eines verstehen: Das es hier um Musik geht“, sagt sie.

Eine Eröffnungsfeier hat es im Karlson schon am vergangenen Montag gegeben. Der Club war dafür rot illuminiert. Allerdings sei das eine Veranstaltung „für Gastronomen und Geschäftskunden“ gewesen, berichtet Groß. Zur Eröffnungsfeier am Freitag ist die Partyreihe „Gefährlich“ im Club zu Gast. Das DJ-Duo Adriatique wird auflegen.

Das Karlson wird immer freitags und samstags geöffnet sein. Freitags ist der Sound eher „technoid“, beschreibt Groß ihr Programm, samstags eher „melodiös“.

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