Museum für Elektrokultur

Tanzfläche frei für das Frankfurter Momem

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Der Magistrat stimmt den Finanzierungsplänen für das Museum der Elektrokultur zu. Die Macher schmieden Ausstellungspläne fürs Frühjahr.

Die vorletzte Hürde ist genommen: Der Magistrat hat am Freitag der Startfinanzierung des Museums für moderne elektronische Musik (Momem) zugestimmt. Damit kann das Projekt nach Jahren der Planung wohl seine Arbeit in den Räumen im Zwischengeschoss der B-Ebene an der Hauptwache aufnehmen. Der Trägerverein und die Grünen freuten sich über Einigung.

„Das Museum Of Modern Electronic Music bekommt ein Darlehen durch die Stadt Frankfurt“, teilten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Kulturdezernentin Ina Hartwig (beide SPD) in einer gemeinsamen Erklärung mit. 500 000 Euro werden den „Freunden des Momem“ in zwei Tranchen überwiesen – rückzahlbar samt Zinsen. Das Geld soll helfen, die früheren Räume des Kindermuseums zu renovieren und ins Museum zu investieren. Als letzte Instanz müssen die Stadtverordneten in der kommenden Woche noch zustimmen.

Frankfurt stehe wie keine zweite Stadt für elektronische Musik, betonte OB Feldmann, der Schirmherr des Projekts: „Es ist richtig, dass wir dem Momem nun den richtigen Schub geben, damit es endlich losgehen kann.“ Stadträtin Hartwig erklärte, das innovative Museumskonzept werde internationale Strahlkraft entfalten: „Ich bin sicher, dass das Museum ein Aushängeschild für Frankfurt werden wird.“

Alex Azary, Vorsitzender des Vereins Friends of Momem, war am Freitag erleichtert. „Wir freuen uns, dass es losgeht, und sind guter Dinge“, sagte er der FR. Ziel sei eine Eröffnung im Frühjahr.

Das wäre dann fünf Jahre, nachdem Stadt und Momem die Pläne erstmals öffentlich machten. Nach einer Reihe von Verzögerungen wollten die Macher eigentlich am 9. Dezember, also übermorgen, mit der spektakulären „Electro“-Ausstellung eröffnen, die in diesem Jahr in Paris für Furore sorgte. Daraus wurde nichts, unter anderem, weil der Verein eine seitens der Politik geforderte 350 000-Euro-Bürgschaft nicht beschaffen konnte. Eine typische Henne-und-Ei-Situation: Ohne Bürgschaft keine Eröffnung – und ohne Eröffnung kein Geld von privaten Investoren. Auf die Vorleistung verzichtete die Stadt nun.

Die Einnahmen der „Electro“-Schau hätte das Momem gut gebrauchen können, sagte Azary. Er hofft jedoch, die Ausstellung rund um Kraftwerk, Daft Punk und Jean-Michel Jarre zu einem späteren Zeitpunkt nach Frankfurt zu holen. Für das Frühjahr ist er mit anderen Projekten im Gespräch, will aber noch keine Details verraten. „Sobald die Stadtverordneten zugestimmt haben, machen wir Nägel mit Köpfen“, sagte Azary. Erste Priorität habe die Renovierung der Räume.

Die Grünen im Römer begrüßten die Einigung. Das Momem sehen sie als Teil einer lebendigen Nachtkultur, die sie mit weiteren Schritten stärken wollen, etwa einem Nachtbürgermeister oder einer -meisterin, zu wählen aus der Clubszene.

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