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Earth Hour 2018: Die Lichter in den Bürotürmen der Frankfurter Skyline sind ausgeschaltet.

Umweltaktion

Earth Hour in Frankfurt: Tanzen, bis die Lampe glüht

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Zur „Earth Hour“ am Samstag wird es überall dunkel, nur Energie aus Muskelkraft zählt.

Die Älteren werden sich erinnern: Früher ging auf Teenie-Partys am Samstagabend immer irgendwann das Licht aus, die Musik lief weiter, eine Schnulze, Pink Floyd oder Samba Pa Ti, und was in den Ecken geschah, ging nur die direkt Beteiligten etwas an (und am Montag natürlich die ganze Schule).

Heute läuft das anders: An diesem Samstag schaltet die ganze Welt um 20.30 Uhr das Licht aus, und was dann passiert, geht jede und jeden etwas an. Die „Earth Hour“ soll nämlich die Welt retten, zumindest dazu beitragen, denn wenn weniger Strom verbraucht wird, gelangen auch weniger klimaschädliche Treibhausgasemissionen in die Luft.

Frankfurt macht, wie viele andere Städte, seit Jahren mit, schaltet das Licht im Römer, an den Brücken und in anderen markanten Gebäuden ab – und veranstaltet eine schmissige Feier. Im Hotel Frankfurter Hof, zentraler Ort des Geschehens, legt der DJ Dennis Smith auf, die Besucher rocken auf einer vier mal vier Meter großen Tanzfläche im Ehrenhof am Kaiserplatz. Das Prinzip ist aus den vergangenen Jahren erprobt: Der Dancefloor besteht aus technischen Modulen, die Tänzer produzieren mit ihren Bewegungen Energie, und diese Energie beleuchtet dann den Schriftzug „Gemeinsam Frankfurt bewegen“.

Die Federführung in Frankfurt hat das Energiereferat. Den größten Aha-Effekt und die besten Vorher-nachher-Bilder dürfte wieder die verdunkelte Skyline bringen. In diesem Jahr sind dort mehr als 170 Unternehmen mit 215 Gebäuden dabei (Vorjahr: 183/219) und helfen mit, darunter der Messeturm, viele Banken wie Commerzbank, Deutsche Bank und Europäische Zentralbank, zahlreiche große Hotels, auch kleinere Unternehmen, Vereine und diverse Kirchen.

„Frankfurt am Main gehört zu den Earth-Hour-Teilnehmern der ersten Stunde“, erinnert Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Danke an alle Unternehmen, die mitmachen! Wenn sich der Römer und unsere Skyline verdunkeln, zeigen wir die Dringlichkeit des Klimaschutzes und unsere Verbundenheit mit der ganzen Welt.“

Der Nutzen der Aktion ist zwar umstritten. So monierten Kritiker, eine Stunde jährlich ohne Licht sei nur Show und errechneten, dass es weitaus mehr bringe, die Beleuchtung generell auf Energiesparlampen umzustellen. Befürworter halten dem entgegen, eine aufsehenerregende Aktion sei besser als keine und rege zum Nachdenken an.

Die Jugendorganisation des WWF bereitet in diesem Jahr eine Kunstinstallation aus Plastikmüll vor. Thema: „Erhalt der Biodiversität ist Klimaschutz“. Sie soll zeigen, wie stark bedroht der Artenreichtum im Meer ist. Kindergarten- und Grundschulkinder halfen mit. „Wenn wir es nicht schaffen, die Erderhitzung auf 1,5 Grad einzudämmen, drohen viele Arten auszusterben“, mahnt Anne Zeiß von der WWF-Jugend.

Neu in diesem Jahr ist eine After-Show-Party ab 21.30 Uhr im Cigarrum im Frankfurter Hof. „So können die Klimaschützerinnen und Klimaschützer nach der Earth Hour weiterfeiern“, sagt Hoteldirektor Spiridon Sarantopoulos. Auch neu: Eine Organisation namens „People for Future“, die die Ziele der „Fridays for Future“ unterstützt, lädt für 19.30 Uhr zum „Earth Hour Walk“ ein, einer Demo mit Musik vom Opernplatz zum Römer.

Anderswo machen sie am Brandenburger Tor und am Empire State Building das Licht aus. Zusammenfassend wird man sagen können: Nachts sind alle Wolkenkratzer grau.

Earth Hour in Frankfurt - Ein Überblick

Wer hat’s erfunden? Die Umweltorganisation WWF anno 2007. Sie hat in diesem Jahr wieder ihre Zauber-E-Mail verschickt, die jedes Mal, wenn man sie aufruft, die richtige Restzeit bis zum „Licht aus!“ anzeigt.

Wo wird gefeiert? In vielen Städten in Rhein-Main und weltweit gehen die Lichter aus. Zentraler Party-Ort in Frankfurt ist das Hotel Frankfurter Hof in der Innenstadt (Kaiserplatz). Ab 19.30 Uhr ist dort Vorglühen, ab 20.30 Uhr wird auf der Energietanzfläche gehottet, dass die Leuchtanzeige glüht, und ab 21.30 Uhr ist After-Show-Party.

Wer macht mit? Das Frankfurter Energiereferat hat eine „Earth Hour Galerie“ online gestellt: Unter www.klimaschutz-frankfurt.de/earth-hour gibt es alle Informationen rund ums Ereignis.

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