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Bringen noch mehr Blumen in den Palmengarten: die Model-Zwillinge Nina und Julia Meise.
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Bringen noch mehr Blumen in den Palmengarten: die Model-Zwillinge Nina und Julia Meise.

Frühlingsball im Palmengarten

Zum Tanz unter pinken Palmen

  • Hannah Weiner
    VonHannah Weiner
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Die Prominenz aus Politik, Sport, Medien und Wirtschaft gibt sich im Palmengarten ein Stelldichein: Beim Frankfurter Frühlingsball vergnügen sich die Gäste bei Vogelgezwitscher, Musik und Basilikum-Pistazieneis.

Mit Festbällen ist das so eine Sache. Bei manchen steht den Besuchern quasi ins Gesicht geschrieben, dass sie eigentlich lieber woanders wären, da gehen die Teller halbvoll wieder zurück in die Küche, da bleibt die Tanzfläche die ganze Nacht leer. Bei anderen – und dazu gehört der Frankfurter Frühlingsball – stimmt von der Lokalität über die Gäste und das Menü bis zum Programm so ziemlich alles. Organisator Erhard Priewe hat am Samstagabend im Palmengarten ganze Arbeit geleistet.

Das historische Gesellschaftshaus erhebt sich bunt beleuchtet aus der Dämmerung, davor liegt ein roter Teppich von imposanter Länge. Nicht nur optisch empfängt der Palmengarten seine Gäste gebührend. Mit der japanischen Trommelkunst des Sakura No Ki Daiko-Ensembles werden sie am Eingang laut und rhythmisch begrüßt.

Die Frankfurter Prominenz aus Politik, Sport, Medien und Wirtschaft ihrerseits hat sich in den schicksten Zwirn geschmissen und schreitet in flatternden Gewändern durch Kerzenschein und Blitzlichtgewitter. Schon zum zweiten Mal hat die Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten zum rauschenden Fest geladen. Das Sahnehäubchen: Mit dem Erlös aus der illustren Zusammenkunft wird das langersehnte Blüten- und Schmetterlingshaus finanziert.

Ein Raum in Pink getunkt

Während es draußen anfängt zu regnen, nippen die Gäste im blumig dekorierten Foyer an ihrem ersten Drink, ein kleiner Flirt mit der Kamera hier, großes Hallo und zwei Küsschen da. „Ich möchte keinen Sekt“, sagt eine Dame zu ihrem Begleiter in glänzendem Smoking. „Lass uns lieber nur gucken.“

Und zu sehen gibt es viel: Rund 10 000 bunte Pflanzen schmücken die Räume. Die Damen haben den Anlass der Feier zum Motto der Klamottenwahl gemacht. Sie tragen Blumenjacketts, bunte Kränze und pastellfarbene Roben. Playmate Julia etwa präsentiert sich mit pinker Blüte im Haar und ihrem Mann, dem Sprinter Kamghe Gaba, im Arm. Die Autorin Susanne Fröhlich wird von ihrer Tochter begleitet und Eiskunstläuferin Marika Kilius gibt mit ihrer ganzen Familie ein glitzernd-schimmerndes Bild in Beige, Rot und Blau ab.

Wer von der Farbenpracht im Foyer schon beeindruckt war, musste beim Anblick des Festsaals erst mal blinzeln: Tischdecken, Rosenblätter, Beleuchtung – der Raum ist wie in Pink getunkt. Den Gästen scheint es zu gefallen. An den vorderen Tischen amüsieren sich Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), die ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth, Stadträtin Rosemarie Heilig (Grüne) und der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CD) und seine Frau Tanja zwischen Kronleuchtern und Vogelgezwitscher, bei Weißwein oder hier und da auch mal einem Bier.

Moderatorin Jennifer Knäble, ein „echtes Frankfurter Mädche“, würdigt zuallererst den Palmengarten. Sie selbst sei hier quasi aufgewachsen und auch Prinz Charles habe ihn bereits „über den grünen Klee gelobt“. Anschließend wirft sie die Idee in den Raum, den Vorsitzenden der 2010 gegründeten Stiftung Palmengarten und Botanischer Garten, Matthias Jenny, zu heiraten. Immerhin hieße sie dann “Jenny Jenny“.

Auch Herr Jenny hat gute Laune, lobte „den schönsten Garten der Stadt“ und erklärt ausführlich, wofür gesammelt werden soll. Weil so ein Schmetterlingshaus nämlich nicht ganz günstig ist, sondern 2,2 Millionen Euro kostet, hat seine Stiftung zur dieser Spendengala geladen. Der Bau des Gebäudes, das nach der Frankfurter Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian benannt wird, soll im Herbst dieses Jahres beginnen. Beim vorigen Frühlingsball konnten dafür schon 64 000 Euro gesammelt werden. Jetzt benötige man noch Geld für die Inneneinrichtung. „Wir brauchen noch mehr Knete“, ruft Jenny in den Saal.

Um die Gäste großzügig zu stimmen, bringen die Kellner auch gleich, was der Chef de Cuisine, Sternekoch Andreas Krolik, kreiert hat: Frühlingsgemüsesalat mit Spargel, Erbsencreme und Fjordforelle, Filet und Bäckchen vom Westerwälder Rind, dazu ein Perlgraupenrisotto.

Auf der Bühne singt derweil Hubby Scherhag im Stil Udo Jürgens‘ über griechischen Wein und blondes Haar. Und da die Servicekräfte, ehe die Gäste überhaupt merken, dass ihr Glas sich langsam leert, wieder nachschenken, steigt die Stimmung schnell.

Schwungvoller Salsa, klassischer Walzer

Moderatorin Knäble muss zur offiziellen Eröffnung des Tanzes nur ansetzen und das Orchester Noble Composition die ersten Klänge spielen, da sind die Besucher schon auf dem Parkett – für einen schwungvollen Salsa, klassischen Walzer oder zum Schmusen bei „Something Stupid“. Während sich manche noch den Käsekuchen mit Basilikum-Pistazieneis auf der Zunge zergehen lassen, schlendern andere durch die anliegenden Galerien, trinken einen Espresso unter Dattelpalmen oder einen Sekt neben roten Rosen.

Im Festsaal hat inzwischen die feurige Mitternachtsshow begonnen. Zwei Stunden spielt die Band Riddim Posse und eine zwölfköpfige Gruppe in kunterbunten Federkostümen tanzt dazu.

Auch in der Galerie Ost, wo unter anderem Schwimmer Michael Groß und seine Frau im rosafarbenen Paillettenkleid an der 28 Meter langen Bar sitzen, ist die Stimmung ausgelassen. DJ Carsten Vogt spielt Daft Punk und Michael Jackson, die Männer halten die Handtaschen ihrer zum Beat tanzenden Begleiterinnen.

Leiser geht es in der Galerie West zu. Dort sitzen auf weißen Bänken im Glitzerlicht von Diskokugeln Gäste beisammen und genießen die Ruhe. Es duftet nach Azeleen und nur die Kellner sind in Eile, um Kaffee und Bretzeln zu bringen.

Das Blüten- und Schmetterlingshaus soll Ende 2017 fertig sein. Mindestens einen weiteren Frühlingsball wird es dafür im Palmengarten noch geben.

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