Niederursel

Der Tannenbaum kommt frei Haus

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Der Weihnachtsmarkt von Bürgerverein und Feuerwehr punktet mit familiärem Charme. Und jeder steuert gerne etwas bei.

Wer seinen Glühwein oder die Bratwurst abseits des vorweihnachtlichen Trubels für kleines Geld und in gemütlicher Atmosphäre genießen möchte, der ist auf einem Stadtteil-Weihnachtsmarkt bestens aufgehoben. Insbesondere die Gebiete am Stadtrand locken mit dörflichem Charme, regionalem Gebäck und traditionellem Kunsthandwerk. Der noch junge Niederurseler Weihnachtsmarkt steht dabei den etablierten Adventsfesten in nichts nach.

Im zweiten Jahr veranstalten ihn der Bürgerverein und die Freiwillige Feuerwehr im Stadtteil gemeinsam. „In erster Linie wollen wir damit das Vereinsleben hochhalten“, erklärt Uwe Stein, Vorsitzender des Bürgervereins. An den rund zehn Verkaufsständen auf dem Feuerwehrgelände im Weißkirchener Weg 69 werden am Samstag deshalb hauptsächlich Erzeugnisse von Vereinsmitgliedern oder von Einrichtungen aus dem Frankfurter Nordwesten feilgeboten.

Das im Hammarskjöldring ansässige Pflegeheim Domicil etwa hat mit seinen Senioren Salzteig- und Serviettentechnikkreationen entworfen und Hundekekse gebacken. „Wir wollen uns damit im Ort einbringen“, erzählt Heimleiterin Regine Kamps-Steiger. „Und wir sind sehr freundlich aufgenommen worden. Die Vereinsleute sind nett – und machen Spaß.“

Überhaupt ist die Stimmung in der Feuerwache ausgelassen und familiär. „Man kennt sich, man trifft sich und tauscht sich aus – so ist das“, meint Karmen Spöhr vom Bürgerverein. An ihrem Stand verkauft sie handgestickte Christbaumkugeln und Lesezeichen. Hannelore und Hubert Krause können sie bestätigen. Seit über 50 Jahren leben sie in Niederursel. „Neben der Kerb ist das hier eines der wenigen Feste, wo wirklich alle gerne zusammenkommen“, unterstreicht Hannelore Krause – und ihr Mann ergänzt: „Auch Neubürger. Sie lernen hier ihre Nachbarn kennen und können sich darüber im Stadtteil integrieren.“

Der junge Vater Kaixue Liu ist so ein Beispiel. Mit seinem Sohn und seiner Frau besucht er zum ersten Mal den Weihnachtsmarkt. „Wir wohnen zwar schon seit vier Jahren im Mertonviertel, kannten das aber noch nicht“, erzählt er. Bekannte hätten ihm den Markt empfohlen. „Er ist schön, aber etwas klein.“ Genau das mache den Charme aus, findet Hubert Krause. „Es liegt in der Nähe, ist bezahlbar und überschaubar – und man ist in netter Gesellschaft.“

Weil gerade der Zusammenhalt im Stadtteil groß geschrieben wird, bietet die Feuerwehr einen kostenlosen Tannenbaum-Lieferservice an. Immer am zweiten Samstag im Advent verkauft sie Weihnachtsbäume in Niederursel – seit zwei Jahren auf dem Weihnachtsmarkt, vor der Kooperation mit dem Bürgerverein auf dem eigenen Adventsmarkt. Rund 100 Nordmanntannen gehen an diesem einen Tag über den Verkaufstisch. „Etwa ein Drittel davon liefern wir am Folgetag aus“, sagt Wehr-Mitglied Dennis Preußler. „Das Angebot gilt vor allem für Menschen, die kein Auto haben oder nicht gut zu Fuß sind.“

Beim Niederurseler Weihnachtsmarkt steuert also jeder etwas bei: Neben dem Angebot der Feuerwehr spielt der Posaunenchor der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde, der Bürgerverein bietet Flammlachs an, die Landfrauen haben Plätzchen und Kuchen mitgebracht, und die Feuerwehr schenkt Glüh- und Apfelwein aus. Rund 100 Personen finden in der Niederurseler Wache Platz. Die Veranstalter gehen von einigen Hundert Besuchern aus. „Es ist ein Kommen und Gehen. Einige waren zur Kaffeezeit da, andere kommen erst jetzt am Abend“, beobachtet Uwe Stein. Im nächsten Jahr soll der Markt wieder, wie schon im Vorjahr, an der Unterkirche in Alt-Niederursel ausgerichtet werden. „Da haben wir einfach mehr Platz.“

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