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Die Tafel-Kunden erhielten am Freitag gebratene Nudeln mit Gemüse, gespendet vom südkoreanischen Generalkonsulat.
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Die Tafel-Kunden erhielten am Freitag gebratene Nudeln mit Gemüse, gespendet vom südkoreanischen Generalkonsulat.

Bedürftige

Eine südkoreanische Tradition

  • vonKilian Beck
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Das südkoreanische Generalkonsulat spendet der Tafel im Bahnhofsviertel gebratene Nudeln mit Gemüse.

In Papiertüten, Plastikkisten oder einfach lose auf einem Tisch stapeln sich Bananen, Nudeln, Karotten. Über die Tanzfläche des Frankfurter Latin-Clubs Chango huschen Menschen in blauen Polos von einer Kiste zu anderen, packen Lebensmittel in Tüten – Akkordarbeit. In einer halben Stunde geben sie an der Ausgabestelle der Tafel im Frankfurter Bahnhofsviertel das Essen aus.

In vier unscheinbaren Kisten neben der Tür verbirgt sich die Abwechslung, die es am Freitag dort gibt: 300 Portionen Jap-Chae – gebratene Nudeln mit Gemüse – hat das südkoreanische Generalkonsulat der Tafel gespendet. „Das soll gleich zu den Menschen“, sagt Edith Kleber, die Vorsitzende der Frankfurter Tafel. Dafür wären hier normalerweise zehn bis zwölf Helfer:innen im Einsatz, erklärt Monika Hantschick, die Leiterin der Ausgabestelle. Momentan seien es mehr; viele der Freiwilligen sind in ihren Berufen in Kurzarbeit. Zirka 20 Menschen wuseln durch den Saal. Alle packen an, um die 50 Bedürftigen, die hier vorstellig werden, zu versorgen.

Tafel

270 Tonnen Lebensmittel verteilt die Tafel monatlich in Frankfurt.

15 000 Menschen kommen in der Genuss dieser Unterstützung.

Zwölf Lebensmittelausgabestellen betreibt der Verein im Stadtgebiet.

182 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen die Arbeit.

Die Tafel arbeitet ausschließlich auf Spendenbasis. prkb

Einer derjenigen, die diese Hilfe in Anspruch nehmen, sitzt bereits mit seinem Rollator im Innenhof. Seit August komme er zur Tafel, erzählt der 44-Jährige. „Freunde haben mich hergebracht.“ Mitnehmen kann er alle zwei Wochen drei Tüten mit Lebensmitteln. „Die Tafel ist für jeden da“, sagt er. Ihm helfe es sehr, sich dadurch etwas von dem wenigen Geld, das er vom Sozialamt bekomme, zu sparen. Über das koreanische Essen freut er sich recht wortkarg: „Ist gut.“

„Ein Zeichen der Solidarität“, möchte der südkoreanische Generalkonsul Chang Rok Keum mit seiner Spende setzen. In Korea gebe es eine Tradition, zum Jahresende denen, die es brauchen, etwas zu essen zu spenden. Dieser Brauch sei zwar etwas eingeschlafen, aber man habe ihn „als ein Zeichen der koreanischen Gemeinde in Deutschland an ihre Mitbürger“ wiederbelebt.

Zum Ende des Jahres blickt Edith Kleber bereits ins nächste. „Wir rechnen damit, dass Anfang des Jahres mehr Menschen zu uns kommen werden, weil sie ihre Arbeit verlieren“, sagt sie. Momentan gehe es der Tafel aber gut; bis auf eine Ausgabestelle in Rödelheim, die verlegt werden musste, laufe alles wie immer, resümiert sie. Derzeit reichten auch die Spenden der Lebensmittelmärkte aus. „Wie es im Frühjahr weitergeht, werden wir sehen.“

Die Voraussetzung, um Unterstützung von der Tafel zu erhalten, ist der Frankfurt-Pass. Diesen stellt die Stadt allen Menschen mit einem Nettoeinkommen von weniger als 976 Euro aus, die in Frankfurt gemeldet sind. Wer Sozialleistungen erhält, hat dem Sozialderzernat nach einen Anspruch.

Um kurz nach zwölf beginnt die Ausgabe im Innenhof des Chango. Zirka 30 Frankfurterinnen und Frankfurter stehen bereits in der Schlange. „Da werden noch ein paar dazukommen“, sagt ein Helfer.

Generalkonsul Keum kann sich vorstellen, die Spendenaktion im nächsten Jahr zu wiederholen. „Wir sollten die Situation der Menschen verstehen“, sagt er, „und helfen.“

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