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Symposium im Oktober: Arbeit an der Demokratie

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Von: Florian Leclerc

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Die globale Versammlung im Mai 2023 soll in der Paulskirche stattfinden, die Eröffnung des Symposiums im Oktober 2022 im besten Falle auch.
Die globale Versammlung im Mai 2023 soll in der Paulskirche stattfinden, die Eröffnung des Symposiums im Oktober 2022 im besten Falle auch. © Renate Hoyer

Die Frankfurter Initiative „Der utopische Raum“ bereitet ein Symposium im Oktober vor. Intellektuelle aus aller Welt wollen dabei kosmopolitische Fragen diskutieren.

Sechs Menschen nehmen im Sitzungssaal 1 des Instituts für Sozialforschung (IfS) an der quadratischen Tischgruppe Platz, ehrwürdig gerahmt von einer Bücherwand und Plakaten, die an Adorno-Lesungen erinnern, etwa mit Judith Butler und Stephen Greenblatt.

FR-Autor Stephan Hebel, die Literaturagentin Nina Sillem, Ramona Lenz von der Stiftung Medico International, Sidonia Blättler und Felix Trautmann vom IfS und Gottfried Kößler vom Fritz-Bauer-Institut breiten ihre Unterlagen aus. Es gibt viel zu besprechen.

Die sechs sind Teil der Frankfurter Initiative „Der utopische Raum“. Im Mai 2023, wenn sich der Einzug der Nationalversammlung in der Paulskirche zum 175. Mal jährt, wollen sie eine globale Versammlung in der Paulskirche organisieren, mit Intellektuellen aus der ganzen Welt. Ihnen geht es darum, angesichts nationalistischer Politiken die kosmopolitischen Ideen zu betonen und weiterzuentwickeln, hin zu einem Weltbürger:innentum. Die Initiative „Der utopische Raum“ ist auch Teil des Netzwerks Paulskirche, das vom 12. bis zum 17. Mai 2023 die Frankfurter Tage der Demokratie vorbereitet – die globale Versammlung soll ein Höhepunkt der Veranstaltungswoche sein. Um die Gäste schon vor der globalen Versammlung zu vernetzen, bereitet die Initiative ein Symposium vom 1. bis zum 3. Oktober 2022 vor. Gleichzeitig findet das Festival „Politik im Freien Theater“ (29. September bis 8. Oktober 2022) statt, wodurch sich weitere Vernetzungsmöglichkeiten ergeben.

„Der Mietvertrag mit dem Offenen Haus der Kulturen ist unterschrieben, jetzt fehlt nur noch die Zusage für die Eröffnungsveranstaltung in der Paulskirche“, berichtet Ramona Lenz. Zimmer in Hotels seien reserviert, viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten die Einladung angenommen, nur auf die Zusage des brasilianischen Soziologen Sérgio Costa und des ecuadorianischen Wirtschaftswissenschaftlers Alberto Acosta warte man noch. Die Perspektive des afrikanischen Kontinents solle eine Rolle spielen, sagt Hebel, und auch die Entwicklung in der Ukraine werde thematisiert.

Netzwerk

Die Idee zur globalen Versammlung ist in der Frankfurter Initiative „Der utopische Raum“ entstanden, in der die Stiftung Medico international, das Institut für Sozialforschung, die FR sowie die Literaturagentin Nina Sillem und der Historiker Gottfried Kößler zusammenarbeiten.

Zum Initiativkreis gehören zusätzlich die Ex-Präsidentin von „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel, die ehemalige Chefin der Heinrich-Böll-Stiftung, Barbara Unmüßig, der Schriftsteller Ilija Trojanow sowie Rainer Weitzel. Sie haben auch den Verein „Transnationale Demokratie“ gegründet.

Zeitgleich finden beim Symposium verschiedene Foren statt, die unter anderem die globale Entfesselung des Kapitalismus, lokale kosmopolitische Projekte wie den Demokratiekonvent oder globale kosmopolitische Projekte wie Lieferkettengesetze und das Steuerrecht zum Thema haben.

Gespräche und Lesungen mit Autorinnen und Autoren sind ebenfalls geplant. So will der Schriftsteller Ilija Trojanow, der auch Teil der Initiative ist, sich mit der Frankfurter Autorin Anna Yeliz Schentke über ihren Debütroman „Kangal“ unterhalten.

Ein dreitägiges Symposium will natürlich finanziert sein. Die Stadtverordneten haben eine Förderung für das Netzwerk Paulskirche beschlossen; auf Unterstützung hoffe man von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Claudia Roth, und vom Land Hessen, sagt Ramona Lenz.

Wenn das Programm komplett fertig sei, gehe es an alle Medien – dann wird auch diese Zeitung erneut über das Symposium berichten.

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