Im Montez wird nicht nur abgehottet.
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Im Montez wird nicht nur abgehottet.

Clubs in Frankfurt

Sympathien für das „Montez“

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Politiker wollen eine Lösung für den geschlossenen Kunstverein. Sie wissen, das Etablissement, das vor allem als einer "der" Clubs der Stadt bekannt ist, ist auch ziemlich beliebt. Wenn auch "brandgefährlich".

Bei Facebook ist man sich einig: Der Kunstverein „Lola Montez“ muss erhalten bleiben. Mittlerweile hat sich eine Gruppe zur Rettung der Einrichtung gegründet. Bis Dienstagabend hatten knapp 1500 Internet-Nutzer den „Gefällt mir“-Button angeklickt und so ihre Sympathien mit dem Kunstverein kundgetan.

Doch die Chancen für das „Montez“ stehen nicht allzu gut. Anfang der Woche schickte die Stadt den Verantwortlichen des Kunstvereins eine Nutzungsuntersagung zu. Vermutlich durch die Diskussion um die derzeit laufende Ausstellung „Ab 18“, in der es um Pornografie geht, hatte die Bauaufsicht mitbekommen, dass das „Lola Montez“ an der Breite Gasse nicht nur eine Lagerhalle für Kunstgegenstände aller Art ist, sondern auch als Ausstellungs- und Partyhalle dient. Und das schon seit Jahren. In der Frankfurter Kultur- und Partyszene galt das „Montez“ als Geheimtipp.

Für Veranstaltungen mit Publikum sei das Gebäude aber absolut nicht geeignet, sagte Michael Kummer, Leiter der Bauaufsicht, am Dienstag. Partys und Ausstellungen in der Halle seien „brandgefährlich – im wahrsten Sinne des Wortes“. Brandschutzvorschriften würden im „Montez“ nicht eingehalten, Hinweise auf Fluchtwege gebe es nicht, „das konnte so nicht weitergehen“, sagte Kummer. Zudem hätten sich zuletzt Nachbarn über den Lärm rund um das Gebäude beschwert.

Am Dienstag wurde das „Montez“ zum Politikum. Die SPD-Fraktion im Römer nutzte die Entwicklung, um die schwarz-grüne Koalition anzugreifen. Der Kunstverein sei ein „wichtiger Teil der Kulturszene“ und werde nicht umsonst vom Kulturamt gefördert, sagte Renate Wolter-Brandecker, kulturpolitische Sprecherin. Das Nutzungsverbot sei „reine Bürokratie“. Die Koalition rede viel über Kreativräume, sei dann aber nicht in der Lage, Kulturschaffende zu unterstützen. In den vergangenen drei Jahren habe die Stadt mit Veranstaltungen im „Montez“ kein Problem gehabt. Es sei nicht einzusehen, dass die Halle während einer Ausstellung schließen müsse.

Doch auch die Grünen ergreifen Partei für den Verein. Zwar sei die Bauaufsicht gezwungen, auf die Einhaltung der Vorschriften zu achten. Das „Montez“ sei aber eine „Institution in der Off-Kultur“. In Gesprächen zwischen Betreibern, Kulturamt und Bauaufsicht müsse eine Lösung gefunden werden, den Kunstverein in zentraler Lage zu erhalten.

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