+
Demnächst hält Sunny Graff statt des Langstocks den Tony-Sender-Preis in Händen.

Tony-Sender-Preis

Frankfurt: Sunny Graff erhält Tony-Sender-Preis

  • schließen

Die renommierte Kampfkunstsportlerin und Frauenrechtlerin wusste nicht, dass ihre Schülerinnen eine Bewerbung bei der Stadt eingereicht hatten.

Am Dienstagnachmittag meldet sich Sunny Graff mit ihrem Handy aus Ohio in den Vereinigten Staaten bei der FR, die um einen Rückruf gebeten hatte. Dass sie in diesem Jahr von der Stadt Frankfurt mit dem Tony-Sender-Preis ausgezeichnet wird, habe sie „völlig überrascht“. Sie habe gar nicht gewusst, dass ihre Schülerinnen für sie eine Bewerbung eingereicht hatten.

370 Frauen und Mädchen unterrichtet die inzwischen 68-Jährige in ihrer Kampfsportschule im Nordend. Seit der Gründung des Vereins „Frauen in Bewegung“ im Jahr 1985 hätten Tausende Frauen von der Kampfkunst profitiert.

Graff hat weltweit den Weg für Frauen in den Kampfsport geebnet. Dabei geht es ihr nicht nur darum, dass sich Frauen auch physisch gegen Übergriffe wehren können. Für Graff ist die Kampfkunst eine Lebenseinstellung. Das Wichtigste sei die Ausdauer. Man dürfe nie aufgeben und könne sich jeden Tag ein Stück weit verbessern, erzählt sie über eine etwas wackelige Telefonverbindung. Sie selbst tut das gerade im Trainingslager ihres Großmeisters. Außerdem kümmert sie sich um ihre 93 Jahre alte Mutter. Am morgigen Donnerstag wird Graff in Frankfurt zurückerwartet.

Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) nannte Graff eine „verdienstvolle Persönlichkeit, die als Feministin, als Juristin, als Kampfkünstlerin und als Vorkämpferin für Frauenrechte unglaublich viel bewegt“ habe. Der mit 10 000 Euro dotierte Tony-Sender-Preis erinnert an die gleichnamige Politikerin und Frauenrechtlerin und soll hervorragende innovative Leistungen für die Förderung der Gleichberechtigung würdigen. Überreicht wird er in diesem Jahr am 29. November während einer Feierstunde im Kaisersaal.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare