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Die Frankfurter Rundschau zieht an den Südbahnhof

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Von: Kathrin Rosendorff

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Das Büro von FR-Redaktionsassistentin Karen Neubeck ist noch größtenteils in den Umzugskartons.
Das Büro von FR-Redaktionsassistentin Karen Neubeck ist noch größtenteils in den Umzugskartons. © Monika Müller

Die FR hat ein neues Zuhause: Sie kehrt zurück nach Sachsenhausen. Diesmal mit Dachterrasse.

Frankfurt – „Ich bin als Schlittschuhläufer hergerutscht“, sagt FR-Feuilletonchef Michael Hesse an diesem Montagmorgen. Er mag sein neues Büro sehr, den frischen Duft der Räume, den Geruch nach Neuanfang. Es ist für ihn wie für die meisten der FR-Beschäftigten der erste Tag in den neuen Redaktionsräumen in Sachsenhausen. Ein Umzug aus dem Gallus in die Hedderichstraße, der Eingang liegt direkt neben dem Frankfurter Südbahnhof.

Es ist trotzdem kein leichter Weg. Nicht nur, weil Social-Media-Volontärin Ines Alberti von Ippen-Digital zunächst den Eingang nicht findet. Sondern weil die Straßen eisglatt sind, es ist der bisher rutschigste Tag des Jahres. „Ich habe mich am Ausgang des Südbahnhofs gleich hingelegt, aber dabei nicht verletzt“, erzählt Tobias Schwab, Ressortleiter Wirtschaft. Er steht am Politik- und Wirtschaftsdesk. Viele der Kolleg:innen sind noch im Homeoffice.

„Ich finde es gut hier. Eine Verbesserung zu den alten Räumen im Gallus. Und die Aussicht auf die Gleise ist toll. Nur die bemalte Eintracht-Garage gefällt mir nicht, die werde ich umstreichen. Ich bin Kickers-Fan“, sagt der Seligenstädter und lacht. „Noch ist es etwas trubelig hier, bis jeder seine Kiste ausgepackt hat und jeder weiß, wo sein Rollcontainer ist“, sagt Schwab. Er hofft auf ruhigere Verhältnisse. Überhaupt sind alle etwas aufgeregt. Layouterin Kerstin Schilling sagt: „Ich muss mich erst mal zurechtfinden. Ich habe mich schon verlaufen.“ Die IT-Kollegen schauen, dass alle ihre Laptops anschließen können, dass das Internet bei allen läuft, sortieren und bündeln Kabel. Mit umgezogen ins gleiche Gebäude ist die Lokalredaktion der Frankfurter Neuen Presse.

Ziemlich versteckt hinter Umzugskisten sitzt derweil Redaktionsassistentin Karen Neubeck. „Es ist noch etwas chaotisch“, sagt sie. Die 54-Jährige verteilt neben ihren Alltagsaufgaben – wie Mails weiterleiten und Telefonate entgegennehmen – die Zugangskarten. Fast acht Tage lang hat sie Kartons gepackt. Zum kompletten Ausräumen ist sie noch nicht gekommen. „Ich habe nicht nur meine eigenen Bürosachen und Ordner eingeräumt, sondern auch Sachen aus dem Lagerraum, Zeitungsarchive, Blöcke. Bei den Küchensachen habe ich die Kolleg:innen gebeten, selbst zu packen.“ Auch ein paar Pflanzen, FR-Regenschirme und Sektgläser sind noch in den Kisten. Neubeck sagt, unweit des Südbahnhofs zu sein sei schöner für die Mittagspause als unweit der Mainzer Landstraße, wo es nur einen Discounter gab.

„Hier ist zweimal die Woche der Markt, aber ich schaue auch direkt auf McDonald‘s. Ich hoffe, ich kann der Versuchung widerstehen.“ Denn wenn sie dort etwas hole, seien das zwei bis drei Cheeseburger, Ach ja, die Rödermärkerin ist nun auch 15 Minuten schneller bei der Arbeit. Aber nein, ausschlafen bedeute das für sie nicht. „Wenn ich ausschlafe, wäre ich noch längst nicht hier.“ Sie lacht.

Das Büro von FR-Chefredakteur Thomas Kaspar ist schon fertig eingerichtet. Drei Bilder aus seinem alten Büro hängen an der Wand. Eins zeigt das Foto einer Frau, die auf einer Couch vor einem coolen Café im Gallus sitzt, an der Glasscheibe ist ein Poster des jungen Robbie Williams zu sehen. „Nach der Trennung von der FAZ mussten wir uns eigene Räume suchen. Der neue Standort erinnert ein bisschen an die Vergangenheit, denn die FR war vor dem Umzug ins Gallus in einem ehemaligen Straßenbahndepot in Sachsenhausen ganz in der Nähe“, sagt Kaspar.

FR Lokalreporter Timur Tinç aka Messi.
FR Lokalreporter Timur Tinç aka Messi. © Monika Müller

Davor war die Redaktion am Walther-von-Cronberg-Platz. Und ganz ursprünglich am Eschenheimer Turm. Im Gallus ist die FR schon einmal von der Mainzer Landstraße auf die andere Straßenseite gezogen. Und jetzt wieder Sachsenhausen. „Wir sind wieder mittendrin in der Stadt.“ Und er betont auch, dass die Zukunft des Arbeitens hybrid sei. Eine Mischung aus Präsenz im Büro und Homeoffice. Die Pandemie habe den Umschwung gefördert. Es gibt kaum feste Arbeitsplätze mehr. Und alle haben weiterhin Anspruch auf Homeoffice-Tage.

Chefredakteur Thomas Kaspar (Mitte) im Gespräch mit Andreas Schwarzkopf (Ressort Meinung), Sportchef Jörg Hanau und Ressortleiter Wirtschaft Tobias Schwab (v.li.).
Chefredakteur Thomas Kaspar (Mitte) im Gespräch mit Andreas Schwarzkopf (Ressort Meinung), Sportchef Jörg Hanau und Ressortleiter Wirtschaft Tobias Schwab (v.li.). © Monika Müller

„Es ist nicht nur ein äußerer Umzug. Wir sind im digitalen Zeitalter angekommen“, sagt Kaspar. 92 Arbeitsplätze gibt es. Alle haben einen eigenen Laptop, den sie an jedem Platz an zwei große Bildschirme anschließen. „Die Technik läuft“, sagt Messi. Nein, der argentinische Nationalspieler ist leider nicht mit eingezogen. Es ist FR-Lokalreporter und Fußball-Fan Timur Tinç, der einen Tag nach dem WM-Sieg der Argentinier das Trikot mit dem Namen des Nationalspielers trägt. Die neue Messi-Biografie, die er besprechen will, ist schon auf seinem Schreibtisch gelandet.

Es gibt noch sehr viel zum Auspacken
Es gibt noch sehr viel zum Auspacken © Monika Müller

Immer wieder loben die Kolleg:innen die hellen Räume, die Aussicht. „Ich kann von hier aus sogar mein Haus sehen“, sagt Layouterin Saskia Buchen. Aus dem alten Büro hat sie einen aufblasbaren Papagei mitgebracht. Aber es gibt auch echte Vögel zu beobachten. „Die Vögel steigen toll hier auf. Leider habe ich es bislang nicht geschafft, davon ein gutes Foto zu machen.“

Den schönsten Ausblick gibt es im fünften Stock, hier sind die FR Altenhilfe und die Digitalredaktion untergebracht. „Wir haben einen Skyline-Blick“, sagt Social-Media-Volontär Luis Teschner. Dort ist der Zugang zur Dachterrasse. Stefan Kuhn, Ressortleiter Frankfurt & Rhein-Main, sagt: „Die Dachterrasse ist definitiv ein sexy Gimmick.“ Diese sei nicht nur beliebt bei Raucher:innen. Online-Redakteur Nico Scheck sagt: „Die Aussicht ist brutal.“ (Kathrin Rosendorff)

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