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Fake News von Tatsachen zu unterscheiden, ist nicht immer ganz einfach.
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Fake News von Tatsachen zu unterscheiden, ist nicht immer ganz einfach.

Bürger-Uni Frankfurt

Auf der Suche nach der Wahrheit

  • VonJerzy Sobotta
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Journalisten und Professoren diskutieren bei der Bürger-Uni in Frankfurt über die Folgen von Fake News.

Medien können manchmal ganz schön alt aussehen. Zumindest zwischen dem virtuellem Stammtisch und einem Präsidenten, der sich in Rage getwittert hat. Die Verteidigung kam am Montagabend von zwei Journalisten und zwei Professoren der Goethe-Universität. Sie haben sich bei einer Podiumsdiskussion der Frankfurter Bürgeruniversität auf die Suche nach der Wahrheit gemacht. Moderiert von FR-Redakteur Pitt von Bebenburg diskutierten sie im Foyer der voll besetzten Frankfurter Zentralbibliothek über die Folgen von Fake News.

Wenn es um Wahrheit geht, darf ein Philosoph natürlich nicht fehlen. Der Kantianer Marcus Willascheck vom Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ unterstrich ihre Bedeutung für die politische Debatte. „Ohne Wahrheit wissen wir gar nicht mehr, worüber wir streiten.“ Wenn wir im Alltag die Faktenlage und den Stand der Wissenschaft nicht überschauen können, seien wir aber auf unser Bauchgefühl und das Vertrauen in die Medien verwiesen. Gerade dies wollten Populisten aber durch falsche Nachrichten und den Vorwurf der „Lügenpresse“ untergraben. „Das erschüttert die Grundfesten unserer Demokratie“, sagte er.

Kritik kam von Anna-Maria Wagner vom Deutschen Journalistenverband. Sie warnte davor, dass der Begriff Fake News zu einem Modewort verkomme. Gezielte Desinformation und Propaganda habe es schon lange vor Trump und Putin gegeben. Sie sollten auch als solche benannt werden. „Indem man Trumps Begriff aufgreift, zementiert man seine Strategie“, gab sie zu bedenken.

Am Beispiel von Tolstoi zeigte Andreas Platthaus, stellvertretenden Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Frage von Wahrheit viel größer ist als das rein Faktische. „Romane können mehr über die Wirklichkeit verraten als jedes Geschichtsbuch“, merkte er an. In der Kunst und in den Gesellschaftswissenschaften seien die Kriterien allerdings nicht objektiv bestimmbar. Daher müssten die Argumente durchsichtig und klar sein. Dies gelte umso mehr für guten Journalismus.

Von seinen Selbstversuchen erzählte der Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger. „Haben Sie mal versucht, auf Twitter höflich zu bleiben?“, fragte er und erntete lautes Lachen. Letztendlich wollten Polemiker in den sozialen Medien ihre Lebensgeschichte erzählen. Wenn man sie ernst nehme und die Ruhe bewahre, ändere sich schnell der Ton. Dem Publikum war Willaschecks Urvertrauen in die Medien nicht ganz geheuer. Es fragte nach der Berichterstattung während des Irakkriegs und der Kölner Silvesternacht. Das Podium parierte gekonnt, aber mit wenig Überraschungen.

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