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Suche nach Käfern im Fechenheimer Wald

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Von: Dennis Pfeifer-Goldmann

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Mit einer Besetzung machen sich Menschen für den Erhalt des Fechenheimer Walds stark. c. Boeckheler
Mit einer Besetzung machen sich Menschen für den Erhalt des Fechenheimer Walds stark. c. Boeckheler © christoph boeckheler

Autobahn-Gesellschaft will Rodungsbeginn Anfang Januar nicht bestätigen

Diesen Winter soll eine Waldfläche im Verlauf der künftigen A66 im Frankfurter Osten gefällt werden. „Die Autobahn GmbH des Bundes geht weiterhin davon aus, dass die Umsetzung der Maßnahme in dem zur Verfügung stehenden Zeitraum erfolgen kann“, teilt Sprecher Steffen Rütenfrans mit. Im Waldstück haben Aktivist:innen Baumhäuser errichtet. Sie stemmen sich gegen den A66-Lückenschluss und den Bau des Riederwaldtunnels.

Die Aktivist:innen hatten im Wald ein Exemplar des geschützten Heldbockkäfers entdeckt, eines Insekts, das geschädigte Eichen befällt. Daher lässt die Autobahn GmbH das 230 Meter lange und 70 bis 140 Meter breite Waldstück nahe des Autobahnendes an der Ausfahrt Borsigallee von einem Gutachter untersuchen. Dabei sei herausgekommen, dass der Käfer möglicherweise in 43 der rund 1000 dort zur Fällung vorgesehenen Bäume vorkomme, berichtete die „Bild“-Zeitung am Donnerstag ohne Angabe einer Quelle. 21 Bäume sollten stehen bleiben, um die Käfer später umsiedeln zu können. Die Fällung der übrigen Bäume schaffe genug Fläche, damit zunächst eine Baustraße zur Riederwaldtunnelbaustelle entstehen könne, heißt es. Die Rodung könne ab Januar erfolgen.

Die 2,7 Hektar große Waldfläche soll gerodet werden, damit hier Baulastwagen fahren können. Diese sollen auf diese Weise direkt aus der Baustelle auf die A66 geführt werden, anstatt über die Borsigallee und Stadtstraßen im Riederwald, Fechenheim oder Enkheim. Allerdings widerspricht die Autobahn-GmbH der „Bild“ deutlich: „Wir können die Aussagen des Artikels nicht bestätigen“, sagt Steffen Rütenfrans.

Bisher hätten „erste Begehungen durch ein fachlich anerkanntes Büro“ stattgefunden. „Weitere Begehungen sind geplant, um eine belastbare Datengrundlage für das anschließende Gutachten zu erhalten“, so der Sprecher. „Die weiteren Arbeitsschritte sind den Ausführungen dieses Gutachtens vorbehalten.“ Da noch Abstimmungen liefen, könne sich die Autobahn-GmbH noch nicht öffentlich zu Details äußern.

Die Bundesbehörde hatte zuletzt angekündigt, dass sie die Waldfläche zwischen Anfang November und Ende Februar roden wolle. Dafür soll es einen Ausgleich geben: So wird den Planungen zufolge ein 15,5 Hektar großer Teil des benachbarten Fechenheimer Waldes aus der Bewirtschaftung genommen. Mit einer Grünbrücke über die A66 sollen Enkheimer und Fechenheimer Wald verbunden werden. Zudem hat der Bund am Schwanheimer Mainufer auf 3,5 Hektar 12 000 Jungbäume aufgeforstet.

Der 2,2 Kilometer lange Lückenschluss der A66 soll voraussichtlich 600 Millionen Euro kosten und Anfang der Dreißigerjahre fertig sein. Dazu gehört der 1,1 Kilometer lange Riederwaldtunnel. Das Projekt soll den Riederwald vom Durchgangsverkehr entlasten. Die Waldbesetzer:innen bereiten sich derweil auf die Räumung durch die Polizei vor. Unter anderem haben sie im Camp Hindernisse eingebaut.

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