_20200922pj004_051120
+
Für sich selbst bevorzugt die Modedesignerin dunkle Farben.

Modestadt Frankfurt

Stücke für den Alltag

  • Judith Köneke
    vonJudith Köneke
    schließen

Maßschneiderin und Designerin Eva Kress ermutigt ihre Kundinnen. Vor zweieinhalb Jahren hat die gelernte Schneidermeisterin ihr Atelier im Brückenviertel eröffnet.

Sie selbst trägt am liebsten schwarz. „Ich muss mich manchmal zwingen, mich bunter zu kleiden“, sagt Eva Kress, auch heute hat sie ein schwarzes Kleid an. Die Vorliebe der Modedesignerin fällt auch in ihrem Geschäft in der Wallstraße auf. Schwarze Wände, schwarze Theke, und ihre Visitenkarten sind ebenfalls auf schwarzem Papier gedruckt. Auf der Kleiderstange hängen neben den dunklen Stücken auch weitere Farben: ein Kleid in dunkelrot, ein olivfarbener Jumpsuit oder eine bunt gemusterte Jacke.

Vor zweieinhalb Jahren hat die gelernte Schneidermeisterin ihr Atelier im Brückenviertel eröffnet. „Das war schon immer mein Traum“, sagt Kress. Nun tragen Kunden und Kundinnen Kleidung mit ihrem Namen auf dem Etikett. Auf einem Tisch im hinteren Teil des Raumes liegt schon zugeschnittener Stoff in Königsblau. Daraus wird ein Blazer, erklärt Kress, noch fehlen die Ärmel, außerdem soll das Stück ein farbig abgesetztes Innenfutter und besondere Knöpfe erhalten.

Nebendran trägt eine Schneiderpuppe einen weißen Smoking-Blazer, er gehört zu einem Hochzeitsanzug. Das sei erst der dritte Auftrag für ein Brautoutfit dieses Jahr, erklärt die 32-Jährige. Normalerweise schneidert sie mehr Kleider für Feste und Events, aber wegen Corona wurde ja das meiste abgesagt. Doch sie könne sich insgesamt nicht über mangelnde Aufträge beklagen.

Denn Kress macht vor allem Prêt-à-porter Mode, ihr ist es einfach wichtig, dass die Stücke tragbar sind. Es wäre doch schade, wenn sie nur zu wenigen Gelegenheiten aus dem Schrank geholt würden, findet sie.

Ehrlich bei der Beratung

Nicht selten kommen die Frauen mit bestimmten Vorstellungen, zeigen der Schnittdirektrice etwa ein Bild mit einem Kleid aus einem Modemagazin mit der Bitte, dieses anzufertigen. Den Wunsch erfüllt Kress ihnen. Sie ist aber auch ehrlich bei der Beratung, darauf können sich die Kunden verlassen und das schätzen sie auch.

Wenn die Kundinnen Vertrauen gefasst haben und zufrieden sind, seien sie beim nächsten Mal oft mutiger, probierten neue Farben oder einen neuen Schnitt aus, sagt Kress. Und natürlich berücksichtige sie dabei immer die individuelle Körperform und wisse, mit welcher Schnittlinienform mögliche Problemzonen kaschiert werden können, denn mit Proportionen kenne sie sich sehr gut aus, diese müssen harmonisch sein, das sei das A und O. „Mit Asymmetrie kann man zum Beispiel sehr gut eine harmonische Silhouette erzeugen, denn das Auge sucht immer nach Symmetrie.“

Das sei ja auch der Unterschied zur Kleidung an der Stange. Ihr Handwerk hat Eva Kress von der Pike auf gelernt, absolvierte ihre Ausbildung zur Schnittdirektrice bei Müller und Sohn in Düsseldorf, machte ihre Meisterin an der deutschen Meisterschule für Mode in München. Seit mittlerweile über zehn Jahren ist sie selbstständig.

Ideen für ihre Kollektion kommen ihr meist spontan. Manchmal sei auch zuerst der Stoff da, wie bei diesem Kleid, sagt sie – und zeigt auf ein rotes Stück aus Seide mit Zebraprint, das im Schaufenster hängt.

Hochwertige Materialien

Kress legt sehr viel Wert auf hochwertige Materialien das macht sich auch im Preis bemerkbar. Das Zebra-Kleid etwa kostet 750 Euro, Mäntel ab 900 Euro und Oberteile zwischen 300 und 400 Euro.

Die Kundschaft, meist Frauen ab 40 Jahren aufwärts, müsse nicht jeden Cent umdrehen. Und sei sich bewusst, dass es sich dabei um nachhaltige und exklusive Stücke handele. Es gebe auch Gutscheine, sagt Kress, die würden vor allem gerne als Geschenk von Männern an ihre Frauen gekauft.

Wie Kress ihren Stil beschreiben würde? „Das ist schwierig, da kann ich mich nur schwer festlegen.“ Und will es auch gar nicht, das würde sie begrenzen. Gerne probiere sie neue Stile aus und arbeite mit unterschiedlichen Stoffen. Avantgardistisch vielleicht, und minimalistisch, feminin verspielt passe aber auch.

Das Maßatelier von Eva Kress, Wallstraße 4, ist Donnerstag und Freitag von 11 bis 18 Uhr und Samstag bis 15 Uhr geöffnet, Termine auf Anfrage, Informationen unter 0172 / 49 24 868 oder eva-kress.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare