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Stück für Stück verlässt die Frankfurter Goethe-Uni den Campus Bockenheim

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Von: George Grodensky

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Noch steht sie, die alte Universitätsbibliothek an der Bockenheimer Warte.
Noch steht sie, die alte Universitätsbibliothek an der Bockenheimer Warte. © peter-juelich.com

Der Umzug zieht sich aber. Die Unibibliothek etwa kann das Land nicht vor 2030 bauen.

Der Umzug ist in vollem Gang. Zumindest die Sprach- und Kulturwissenschaften verlassen nun das Juridicum an der Senckenberganlage, Campus Bockenheim. Am 28. September feiern sie die Eröffnung ihres Neubaus auf dem Campus Westend. Der fügt sich ein zwischen DIPF (Deutsches Institut für Pädagogische Forschung) im Norden an der Miquelallee und dem Seminarhaus an der Hansaallee.

Einziehen werden die Kunstgeschichte und Kunstpädagogik, Musikwissenschaften, außereuropäische Sprachen, Empirische Sprachwissenschaften und Judaistik. Etwa 3000 Studierende finden ein neues Zuhause. Untergebracht werden auch noch andere Bereiche, etwa die Akademie für Bildungsforschung (ABL), das Prüfungsamt Geistes-, Kultur- und Sportwissenschaften (ehemals Phil-Prom), das Studierendenwerk und Teile des Hochschulrechenzentrums.

Apropos DIPF. Das erhält einen Anbau, dort zieht das „Center for Humanities“ ein. Vorgesehen ist eine Mischnutzung von Kunst, Theater und rund 200 Arbeitsplätzen für die Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Theaterwissenschaft residiert dort, betreibt eine kleine Probenbühne. Außerdem entsteht ein Ausstellungsraum für eine bedeutende Installation des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. Mit „Bang“ präsentiert er 886 antike und konservierte Holzhocker.

Der Spatenstich für das neue Studierendenhaus ist je nach Vergabesituation für Ende 2022, Anfang 2023 vorgesehen. Das Baufeld dafür liegt zwischen Miquelallee und Siolistraße, nach Osten zum DIPF hin soll eine Grünfläche verbleiben. Das Studierendenhaus soll politisches, kulturelles und soziales Zentrum zur Gestaltung des studentischen Lebens sein. Das Café Koz wird dort zu finden sein, eine Fahrradwerkstatt, Räume für das Pupille-Kino, Räume für den Studierendenausschuss, ein Partykeller. Mit dem Umzug wäre auf dem Campus Bockenheim Platz frei für ein Offenes Haus der Kulturen.

Bibliothek zieht spät um

Den Baubeginn für die neue Universitätsbibliothek terminiert die Hochschule auf 2030 plus. Entstehen soll sie an der Miquelallee, nördlich der Philipp-Holzmann-Schule. Da finden sich derzeit noch die temporären Bauten von Adornogymnasium und Holzhausenschule. Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt haben aber einen Grundstückstausch vereinbart. Heißt, das Adornogymnasium zieht auf das Grundstück an der Stralsunder Straße, auf dem noch der sogenannte Seminar-Pavillon zu finden ist. Das macht den Weg frei für den Neubau der Unibibliothek. Das wiederum vervollständigt einen zusammenhängenden Campus von Grüneburgweg bis Miquelallee. Zumal auch das Areal der Philipp-Holzmann-Schule perspektivisch als Erweiterungsfläche an die Hochschule gehen soll.

Auch auf dem Campus Riedberg schreitet die Entwicklung voran. Der Spatenstich für die neuen Unterkünfte der Chemie (1. Bauabschnitt) soll im Frühjahr 2023 sein, die Planungen laufen für den zweiten und dritten Bauabschnitt. Die alten Chemie-Bauten aus den frühen 1980er Jahren waren die ersten Häuser auf dem damaligen Campus Niederursel, der damals noch zwischen Koppeln und Feldern lag. Sie lassen sich nicht einfach sanieren, sagt das Land. Alleine schon wegen der heutigen hohen Sicherheitsstandards.

Der Neubau für den Fachbereich 12 Informatik und Mathematik verharrt derzeit noch im Entwurfsplanungsprozess. Entstehen soll er an der Riedbergallee, ebenfalls Campus Riedberg. Entwürfe aus dem Architektenwettbewerb haben Land und Hochschule bereits vorgestellt. Derzeit logieren die Institute noch gegenüber voneinander auf dem Campus Bockenheim, an der Ecke von Robert-Mayer-, Gräf- und Emil-Sulzbach-Straße.

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