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Zwei der sechs Fahrer, die Gas geben werden: Julian Lauth (li.) und Maximilian Schott.

Tuareg-Rallye

1450 Kilometer durch die algerische Wüste

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Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences machen erstmals bei der Tuareg-Rallye mit.

Noch stehen die beiden Geländewagen recht unspektakulär unweit eines Baumes in einem Hinterhof der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). Die beiden Studierenden Maximilian Schott (24) und Julian Lauth (33) halten ihren weißen Jet-Helme in der Hand und posieren lässig vor dem schwarzen Mitsubishi Pajero fürs Foto. Aber ganz so entspannt, wie sie sich geben, sind sie nicht: „Klar sind wir schon etwas aufgeregt“, sagt Lauth. Schott beschreibt es am Montag als „freudige Aufregung“. Denn in wenigen Tagen brechen sie auf, vor ihnen liegen 1450 Kilometer durch die algerische Wüste: Als erstes Hochschulteam werden die beiden mit vier weiteren Kommilitonen an der Tuareg-Rallye teilnehmen.

Sieben Tage werden sie durch Dünen und über Schotterpisten fahren, immer in Zweierteams, übernachten werden sie in Zelten. Vorerfahrung haben sie keine, und eine Generalprobe ist in Frankfurt schwer möglich. „Aber wir wissen, dass wir, wenn wir zu langsam fahren, im Sand steckenbleiben. Und wenn wir zu schnell fahren, werden wir uns überschlagen“, sagt Lauth. „Wir haben uns vorgenommen: Lieber steckenbleiben und schaufeln als sich zu überschlagen.“

Über etwas mehr Erfahrung verfügt Sarah Auler, eine der zwei Studentinnen, die mitfahren. Die 21-Jährige studiert Produktentwicklung und Technisches Design (PET). „Und ich fahre nicht nur sehr gerne Auto, sondern habe auch schon an Bergrennen teilgenommen“, sagt sie. „Meine Mutter ist etwas ängstlich, aber sie weiß, dass ich extreme Sachen liebe und wie sehr ich mich darauf freue.“

Das Rennteam tritt unter dem Namen „Repit“ an. „Das ist keine Abkürzung, sondern steht für die ägyptische Löwengöttin“, erläutert Schott. „Sie ist auch unser Logo.“ Und der Name ist auch eine Anspielung auf „rapid,“ das englische Wort für schnell. Auch wenn die Frankfurter im Zweifelsfall lieber schaufeln als rasen wollen.

Schott studiert BWL. „Jeder konnte sich bewerben, nicht nur Maschinenbaustudenten wie Julian“, erzählt er. Das Projekt ist nämlich Teil des Interdisziplinären Studium-Generale-Moduls der Hochschule. Ein populärer Austausch der Fachbereiche sei das. Einer, bei dem jeder alles mal macht. Also auch der Wirtschaftsstudent Schott an den Autos herumschraubt oder Maschinenbau- und Laboringenieur Lauth beim Marketing hilft. „Eigentlich war es als Fun-Road-Trip geplant, aber dann ist die Idee gewachsen“, sagt Lauth. Die Frankfurt UAS unterstützt das Projekt mit einer Anschubfinanzierung,

Auch an der Rallye 2020 wolle die Hochschule teilnehmen. „Dafür suchen wir noch Sponsoren“, sagt Schott. Einiges mussten sie an beiden Wagen, die sie Privatpersonen abgekauft haben, umbauen und vor allem reparieren. „Damit uns nicht das Dach entgegenkommt“, sagt Lauth. Irgendwann habe er aufgehört, die vielen Stunden Arbeit, die sie investierten, zu zählen. „Am Samstag waren wir bis 23 Uhr hier.“

Auf ihrer Reise nach Nordafrika, die am 6. März beginnt, besuchen sie auch die Partnerhochschule Universidad de Cádiz in Spanien. „Dafür fahren wir einen Umweg, denn die Fähre nach Algerien nehmen wir in Almeira.“ Dort treffen sie am 12. März auf die anderen Teilnehmer. „300 Fahrzeuge sind angemeldet. Auch Motorräder sind dabei“, sagt Schott. Von Almeira sind es erst einmal 800 Kilometer, die sie mit allen Teilnehmern gemeinsam bis Taghit zurücklegen müssen, dort startet die Rallye am 16. März. Am 23. März ist die Gewinnerparty. Es gehe aber nicht nur darum, wie schnell man ist, sagt Schott. „Sondern man muss auch, wie bei einer Schnitzeljagd, bestimmte Wegpunkte abfahren.“

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