1. Startseite
  2. Frankfurt

Studierende bekommen wegen des Neun-Euro-Tickets Geld zurück

Erstellt:

Von: Fabian Böker

Kommentare

Studierende profitieren besonders vom Neun-Euro-Ticket. Jetzt bekommen sie auch noch Geld erstattet.
Studierende profitieren besonders vom Neun-Euro-Ticket. Jetzt bekommen sie auch noch Geld erstattet. © dpa

Studierende können ihr Semesterticket als Neun-Euro-Ticket nutzen. Daher wird ihnen von den Hochschulen der zu viel gezahlte Semesterbeitrag erstattet.

Für Studierende war und ist die Sache mit dem Neun-Euro-Ticket ziemlich einfach: Das Semesterticket gilt automatisch deutschlandweit, der Kauf eines separaten Fahrscheins ist nicht nötig. Doch im Semesterbeitrag, den alle Studierenden zahlen, war für das Sommersemester zur Nutzung von Bus und Bahn eine höhere Summe vorgesehen. Das zu viel gezahlte Geld sollten die Studenten und Studentinnen erstattet bekommen. Nach und nach geschieht das jetzt auch.

Gerade für junge Menschen, die studieren, ist das Neun-Euro-Ticket ein Gewinn. Sie können Ausflüge unternehmen, ihre oftmals weit entfernt wohnenden Familien und Freunde besuchen, Urlaub machen – und das ohne Mehrkosten. Oder doch nicht? Denn vor jedem Semester zahlen sie eine Gebühr an die jeweilige Hochschule, in der auch der Beitrag für eine Fahrkarte enthalten ist. Beispiel Goethe-Uni Frankfurt: 376,60 Euro betrug der Beitrag zum Sommersemester 2022, davon entfielen 222,81 Euro auf das Semesterticket. Auf sechs Monate verteilt, sind das knapp 37 Euro pro Monat. Im Juni, Juli und August hätten Studierende für eine – sogar deutschlandweit gültige – Fahrkarte aber ja nur neun Euro zahlen müssen. In Frankfurt haben sie also 84 Euro zu viel gezahlt.

Lange war unklar, wie das Geld erstattet wird. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) teilt mit, dass er das Geld an die Hochschulen überwiesen habe. Die Suche nach dem Weg, die Erstattung an die Studierenden weiterzugeben, hat nun zum Beispiel an der Uni Frankfurt ein Ende gefunden. Kanzler Albrecht Fester teilte mit, dass die Studierenden mit Semesterticket ihre Kontoverbindung über ein Tool eingeben könnten. Auf diesem Weg erhalten sie dann eine Rückerstattung. „Die Freischaltung des Tools soll Mitte bis Ende August erfolgen“, kündigt Uni-Sprecher Olaf Kaltenborn an. Anders geht die Frankfurt University of Applied Sciences, die ehemalige FH, vor. Sie wird die Differenz – etwa 81 Euro – an das Bankkonto zurückerstatten, von dem die Studierenden ihren Semesterbeitrag gezahlt haben. „Dies erfolgt voraussichtlich in den kommenden Wochen.“ Ein Antrag müsse nicht gestellt werden, „die Erstattung erfolgt in der Regel automatisch“.

Auch an anderen Standorten in Hessen gibt es nach langen Wochen der Unklarheit mittlerweile gesicherte Informationen. So gibt der Asta der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) „nach ereignisreichen, kräftezehrenden und stressigen Monaten für uns“ bekannt, dass eine Rückerstattung möglich sein werde. Diese läuft über eine separate Webseite mit den persönlichen Zugangsdaten.

Über ein Portal wird es auch bei der TU Darmstadt laufen, wie Tim Lange vom Asta erklärt. „Wenn alles klappt, geht das in der kommenden Woche an den Start.“ Im Portal geben die Studierenden ihre Iban-Nummer an und erhalten dann das Geld zurück. Der Asta der Marburger Philipps-Universität wiederum hat folgende Lösung zu verkünden: Die zu viel gezahlten Gebühren würden von den Semestergebühren zum kommenden Wintersemester 2022/2023 abgezogen. Dabei geht es um exakt 44,38 Euro, die als entsprechendes Guthaben im Verwaltungssystem der Uni hinterlegt werden. Und an der Hochschule Darmstadt wurde die Differenz von rund 36 Euro bereits zurückgezahlt, „und zwar auf die Bankverbindung, von der der Semesterbeitrag überwiesen wurde“, wie eine Asta-Sprecherin mitteilt und die Hochschule bestätigt.

Alle Beteiligten dürften froh sein, wenn das Thema Erstattungen erledigt ist. Denn die zu viel gezahlten Semestergebühren der Studierenden habe „der Bund bei der Gesetzgebung des Neun-Euro-Tickets nicht bedacht – die Arbeit bleibt leider am schwächsten Glied der Kette hängen“, moniert der Asta der THM. Mit diesem schwächsten Glied sind die ehrenamtlich tätigen Studierendenvertreter:innen gemeint. Fazit des Asta: „Die Politik hat leider eine Entscheidung getroffen ohne einen Plan vorzulegen oder sich über die Konsequenzen bewusst zu sein.“

Auch interessant

Kommentare