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Studie zur Essenssituation in Frankfurter Kitas: Kinder reden beim Essen mit

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Von: Sandra Busch

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Untersucht wurden in der Studie des Kinderbüros auch das Eindecken und Abdecken der Tische.
Untersucht wurden in der Studie des Kinderbüros auch das Eindecken und Abdecken der Tische. © Andreas Arnold

Nach einer Studie des Frankfurter Kinderbüros zur Essenssituation in Kitas hat die gemeinsam eingenommene Mahlzeit einen hohen Stellenwert – der Erwachsenen oft nicht bewusst ist.

Wie beteiligen sich Kinder an der Gestaltung von Essenssituationen im Kindergarten? Welche Spielräume gestehen ihnen die Erwachsenen zu? Wie beurteilen Kinder und Fachkräfte Partizipationschance und Partizipationsgrad? Auf diese und andere Fragen wollte das Frankfurter Kinderbüro in seiner Kinderstudie 2019 Antworten finden. Das Ergebnis liegt nun vor: Die gemeinsam eingenommenen Mahlzeiten, aber auch die dazugehörigen Vorbereitungen bieten einen Rahmen, in dem Lernen, Partizipation und Kommunikation einen hohen Stellenwert haben. Dieser Stellenwert wird im Alltag oft nicht deutlich und ist Erwachsenen häufig auch nicht bewusst.

Für die Studie zum Thema „Beteiligung von Kindern beim Essen in Frankfurter Kindergärten“ wurden in vier Kindergärten nicht nur die Erzieher:innen befragt und teilnehmende Beobachtungen durchgeführt: Es wurden auch vier- und fünfjährige Kinder in Gruppeninterviews nach ihren Meinungen und Einstellungen gefragt. Untersucht wurde die Auswahl der Speisen, das Eindecken und Abräumen der Tische, die Platzwahl, das Portionieren und Probieren sowie die herrschende Tischkultur und die Regeln, die am Tisch gelten.

Die vier untersuchten Einrichtungen zeigen dabei Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Unterschiede im Umgang mit diesen Aspekten.

Der Kinderbericht soll nun laut Mitteilung von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) Ansatzpunkte der Reflexion bieten, um Kindergartenkindern ihre gesetzlich verankerten Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten zu gewähren, sie also verlässlich, konstant und systematisch zu beteiligen.

Der Bericht soll dazu anregen, dass in den Einrichtungen die vorhandenen Strukturen überdacht und gegebenenfalls auch verändert werden.

„Die Ergebnisse zeigen, dass es im Kindergartenalltag viele Entwicklungschancen für gelebte Selbst – und Mitbestimmung von Kindern gibt“, sagte Weber. „Unsere Aufgabe ist es, bereits sehr jungen Menschen die grundsätzlichen Regeln eines demokratischen Miteinanders zu vermitteln.“

Mit Trägern, Kinderschutzbund und Stadtschulamt werde gemeinsam über die Ergebnisse gesprochen und eruiert, „welche Möglichkeiten und Handlungsspielräume die Träger haben und welche Unterstützung in den Einrichtungen noch benötigt wird“, erklärte Weber.

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