In Langen wird kräftig gebaut. Viele Menschen, die in Frankfurt arbeiten, ziehen zu,
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In Langen wird kräftig gebaut. Viele Menschen, die in Frankfurt arbeiten, ziehen zu,

Wohnen

Studie: Wo sich rund um Frankfurt ein Wohnungskauf lohnt

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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In Frankfurt arbeiten, aber im Umland eine Wohnung kaufen. Das kann nach einer Postbank-Studie eine gute Lösung sein. Entscheidend ist aber eine gute Bahnverbindung.

Der Kauf einer Wohnung in Städten rund um Frankfurt kann sich trotz der auch im Umland überall gestiegenen Preise auch für Menschen, die weiterhin in Frankfurt arbeiten, finanziell sehr lohnen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut für die Postbank erstellt hat.

Am günstigsten ist es nach der Modellrechnung für den Postbank-Wohnatlas, Wohnraum in Langen zu erwerben. Rechnerisch könnte jemand, der dort eine durchschnittlich teure 70 Quadratmeter große Wohnung kauft, demnach mehr als 80 Jahre lang mit der Bahn nach Frankfurt pendeln und hätte im Vergleich zu einem Wohnungskauf in Frankfurt noch Geld gespart.

Das liegt zum einen an den dort im Schnitt noch deutlich günstigeren Preisen. Für Frankfurt geht das Weltwirtschaftsinstitut von einem Quadratmeterpreis von 5686 Euro, für den Kreis Offenbach dagegen im Schnitt von nur 2723 Euro aus.

Dass gerade das südhessische Langen in der Liste vorne liegt, hat zudem mit der – zumindest per Zug – sehr kurzen Fahrtzeit nach Frankfurt zu tun. Schließlich hat das Hamburger Institut für die Modellrechnung nicht nur die Ticketpreise, sondern auch den Zeitaufwand für das Pendeln als Kosten berechnet und mit 30 Euro pro Stunde veranschlagt.

Attraktiv für Menschen, die eine Wohnung kaufen wollen, könnte nach den Zahlen der Studie auch ein Umzug nach Offenbach, Dreieich, Maintal, Neu-Isenburg, Bad Vilbel, Mörfelden-Walldorf, Hanau und Eschborn sein. In all diesen Städten ist der Kaufpreisvorteil demnach so groß, dass sich zumindest das Einpendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln rechnerisch für mehr als 40 Jahre lohnte.

Die schlechtesten Verhältnisse von eingespartem Kaufpreis zu den Kosten für Pendler haben unter den untersuchten Städten Rödermark, Seligenstadt und Büdingen, wo sich das Pendeln nur 20 Jahre oder noch weniger lang lohnte. Das hat jeweils stark mit den längeren Fahrtzeiten zu tun. Von Langen ist man der Aufstellung nach zumindest per Zug in neun Minuten am Frankfurter Hauptbahnhof, von Seligenstadt aus in 57 Minuten.

Schlechter fällt die Kalkulation im Schnitt für Menschen aus, die im Umland eine Wohnung kaufen und dann per Auto ins Büro fahren wollen. In diesem Fall schrumpft laut Studie der Zeitraum, in dem sich pendeln lohnt, in Langen von 80 auf 29 Jahre. Das hat auch damit zu tun, dass eine doppelt so lange Fahrtzeit angenommen wird.

Für Autopendler am attraktivsten ist der Studie nach Neu-Isenburg, wo sich die Investition fast 50 Jahre lohnte, vor Dreieich und Mörfelden-Walldorf. Am ungünstigsten ist das Verhältnis von günstigerem Kaufpreis zu Pendelkosten für Autofahrer in Büdingen und Gelnhausen, auch wenn dort die Preise deutlich günstiger seien als in Frankfurt.

Letztlich müssten Kaufinteressierte selbst kalkulieren, ob sich ein Wohnungserwerb mit täglicher Fahrt nach Frankfurt für sie lohne, schränkt die Postbank ein. Das hänge schließlich auch etwa davon ab, ob ein oder zwei Arbeitnehmer pendeln, ob sie in Teilzeit oder teilweise im Homeoffice arbeiten und wie eine Kinderbetreuung möglich ist.

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