Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Professor Ulrich Stangier
+
Professor Ulrich Stangier.

Studie

Keine Toleranz für Corona-Lockdown

  • vonIsabel Knippel
    schließen

Der Psychologe Ulrich Stangier erforscht, warum sich Menschen den Corona-Maßnahmen widersetzen. Viele blendeten die Angst vor einer Erkrankung schlicht aus.

Das Misstrauen gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung ist auch im Lockdown nach wie vor da. Warum die Leute sich an die Beschränkungen nicht halten wollen und wie die Pandemie wahrgenommen wird, das will Professor Ulrich Stangier in seiner neuen Studie „Angst vor Corona“ untersuchen.

„Bei den vielen Menschen, die sich auf den Querdenker-Demos versammeln, sieht man es: Die Menschen genießen es, die Schutzmaßnahmen zu relativieren und in Gesellschaft zu sein“, hat Stangier beobachtet. Diese Menschen hätten das gleiche Interesse daran, ihre Gesundheit zu erhalten, und auch den gleichen Zugang zu Wissen wie andere. Doch sie zeigten eine gewisse „Unsicherheitstoleranz“, werteten die Informationen ab, die sie bekämen, verharmlosten das Krankheitsbild und stellten die Sinnhaftigkeit der Hygienemaßnahmen infrage.

Zur Person

Professor Ulrich Stangier forscht zu Angst vor Corona, sozialem Schmerz und psychischer Belastung. Im Frühjahr hat er eine Studie zu dem Wissen über Corona und präventivem Verhalten im Lockdown durchgeführt, aktuell beschäftigt er sich mit Angst vor Corona und der Wahrnehmung der Maßnahmen in der Pandemie.

Link zur aktuellen Studie: https://www.psychologie.uni-frankfurt.de/86877362

„Manche sind extrem abhängig davon, dass Sachen so passieren wie sie denken“, weiß Stangier. Es gebe wenige Dinge, die sich mit Sicherheit sagen ließen, Prognosen über Wirksamkeiten von Impfstoffen oder Effektivität von Abstandsregeln sind meist nur in Wahrscheinlichkeiten möglich. „Einigen fällt es schwer, so zu denken.“ Diese Personen seien umso anfälliger für Verschwörungstheorien, weil sie Informationen anders als andere gewichteten, auf gängige Quellen nicht vertrauten. Corona fühle sich wie eine Art Kontrollverlust an und das führe zu intolerantem Verhalten. Andere tolerierten die Unsicherheit. Wichtig sei, im „Jetzt zu leben“.

Doch nicht nur der Hang zu Querdenker-Inhalten und dubiosen Telegram-Gruppen führt zum Missachten des „Social Distancing“. Stangier nimmt an, dass viele Menschen die Angst vor einer Erkrankung und die Unwissenheit ausblendeten, um weiterhin am sozialen Leben teilnehmen zu können. Er glaube Leuten nicht, die sagten, sie hätten keine Angst krank zu werden oder ihnen sei die eigene Gesundheit nicht so wichtig. Das sei deren Methode, das Risiko vor einer Infektion herunterzuspielen, meint er.

Zu den wichtigsten Bedürfnissen gehörten soziale Kontakte und die Gesundheit zu erhalten. Stangier fand bereits in einer Umfrage im Frühjahr heraus, dass sowohl Angst als auch Wissen dabei helfen, sich an die Corona-Beschränkungen zu halten. „Adaptives Verhalten“ nennt er es, wenn eine Person sich zwar zurückzieht, aber Kontakt mit Freunden und Bekannten virtuell aufrechterhält.

Viele bauten sich ein sogenanntes „behaviorales Immunsystem“ auf. Da Abwehrkräfte gegen den Virus noch fehlen, schützt sich der Mensch selbst, indem er sich von anderen sozialen Kontakten fernhält.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare