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Für die – noch kleinen – Bäume zwischen den Neubauten werden Paten gesucht. rolf oeser
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Für die – noch kleinen – Bäume zwischen den Neubauten werden Paten gesucht. rolf oeser

Studentisches Wohnen

Studentenwerk Frankfurt eröffnet neue Wohnheime

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
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297 Plätze sind auf dem Campus der Sportuni entstanden. Studierende können zwischen Obstbäumen wandeln und diskutieren.

Ilaria de Nobile ist ein Glückskind. Nicht nur, weil die Studentin der International Business Administration einen so klangvollen Namen trägt. Eher, weil sie einen der begehrten Plätze in einem Frankfurter Wohnheim für Studierende ergattert hat, sogar in einem der beiden Neubauten an der Ginnheimer Landstraße, direkt an der Sportuni. „Ich habe wirklich Glück gehabt“, sagt die junge Frau. Die offizielle Eröffnung haben das Studentenwerk, die Stadt Frankfurt, das Land Hessen, die Hochschulen am Donnerstag gefeiert.

2020 ist Frankfurt bei den Wohnheimplätzen auf eine Versorgungsquote von 7,6 Prozent gekommen. Der bundesweite Schnitt liegt bei etwa zehn Prozent. Immerhin habe Hessen in den vergangenen Jahren eine Aufholjagd gestartet, sagt Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). „Wir nehmen Mittel in die Hand, dass es vorangeht.“

297 Plätze in zwei neuen Gebäuden sind es an der Sportuni. Studentin de Nobile ist begeistert. 20 Quadratmeter ist ihr Apartment groß, sie hat ein eigenes Bad, eine Küchenzeile. Für 350 Euro warm. Internet inbegriffen. Außerdem Gemeinschaftsräume für Fitness und Waschmaschine. Ihre Bekannten aus den Wohnheimtürmen auf der anderen Straßenseite nutzen Gemeinschaftsräume für Bad und Küche.

Um die Neubauten herum gibt es Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, außerdem Bäume und Flächen für Urban Gardening. Das Grün finanziert das Studentenwerk über Baumpatenschaften. 50 Bäume gibt es, sechs Patenschaften sind vergeben. Da gibt es noch Möglichkeiten, sich zu engagieren.

Das rund 25,5 Millionen Euro teure Projekt steht auf mehreren Säulen: drei Millionen Zuschuss vom Land, 3,9 Millionen günstiger Kredit vom Land, 2,8 Millionen von der Stadt, KfW-Darlehen in Höhe von 9,5 Millionen plus Eigenmittel des Studentenwerks. Doch die Finanzierung sei bei solchen Vorhaben gar nicht das Problem, findet Albrecht Fester, Kanzler der Goethe-Uni und Verwaltungsratsvorsitzender des Studentenwerks. „Die Finanzierung bekommen wir hin – wenn wir ein Grundstück haben.“

Die fallen in Frankfurt selten vom Himmel, zumindest nicht für öffentlich geförderte Bauwerke, viel mehr Profit lässt sich auf dem privaten Wohnungsmarkt erzielen. Ausnahmen gibt es, für die zwei neuen Wohnheime hat die Uni einen Teil des Sportcampus für 99 Jahre kostenfrei ans Studentenwerk abgetreten.

Das ist edel. Dennoch fehlen der Stadt, der ganzen Region, günstige Wohnungen für Studierende. Da sind sich am Donnerstag eigentlich alle Gäste einig. Fast 80 000 Studierende sind es alleine in Frankfurt, 45 000 davon an der Goethe-Uni, berichtet Christiane Thompson, Vizepräsidentin der Goethe-Uni. 20 Prozent davon bezeichneten sich als Teilzeitstudierende, sagt Thompson. Weil sie nebenher arbeiten müssen, um sich die teuren Mieten leisten zu können. Gut fürs Studium ist das eher nicht.

Aber ein deutschlandweites Phänomen, sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks. Seit 2007 sei die Zahl der Studierenden um fast 50 Prozent gestiegen, die Zahl der Wohnheimplätze aber nur um acht Prozent. Auf dem freien Markt ein Zuhause finden, ist auch nicht leicht. Die Mieten hoch, das Bafög nicht. 325 Euro gibt es maximal als Wohnkostenzuschuss. Ein WG-Zimmer in Frankfurt kann sogar 500 Euro im Monat kosten, sagt Kyra Beninga vom Allgemeinen Studierendenausschuss, die sich bei studentischem Wohnen weniger Versprechen und dafür mehr Taten von der Politik wünscht.

Immerhin hat die Stadt Frankfurt ein Förderprogramm für studentisches Wohnen. Einzigartig sei das in Deutschland, lobt Meyer auf der Heyde.

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