Frankfurt

Strom für Main-Hotelschiffe

  • schließen

Dieselmotoren laufen den ganzen Tag. Bürger beschweren sich ob der Gesundheitsgefahren.

Die Grünen im Ortsbeirat 1 fordern in einem Antrag, dieselbetriebene Hotelschiffe auf dem Main mit Strom zu versorgen. „Schiffsdiesel ist ein Abfallprodukt – und hochgradig giftig“, sagt der Fraktionsvorsitzende Andreas Laeuen im Gespräch mit der FR.

Vor allem während der Messen legen zahlreiche Hotelschiffe am Main an und lassen ihre Dieselmotoren teils rund um die Uhr laufen, um die Stromversorgung an Bord garantieren zu können. Laut den Grünen verbraucht ein solches Schiff mindestens 500 Liter Kraftstoff pro Tag.

Anwohner würden sich regelmäßig beim Ortsbeirat beschweren, berichtet Laeuen, „hauptsächlich über den Gestank und die davon ausgehende Gefahr für die Gesundheit“. Laeuen, der seit 1989 Mitglied im Ortsbeirat 1 ist, stellt nach eigenen Angaben schon „seit 20 Jahren“ Anträge zu dem Thema. „Nie ist was passiert“, klagt er. „Kleinstädte kriegen das hin, Frankfurt nicht.“

Der Bevölkerung sei nicht vermittelbar, schreibt Laeuen in seinem Antrag, dass Haushalte, die ein Dieselfahrzeug besitzen, „erhebliche Umstellungen und damit verbundene Kosten“ tragen müssten, während die „dicksten Stinker“ – die Dieselschiffe – weiter ihr „fragliches Geschäftsmodell“ aufrechterhalten dürften.

„Zu Veranstaltungen jedweder Art werden seit Jahrzehnten armdicke Kabel zur Stromversorgung von Fahrgeschäften und anderer Einrichtungen verlegt“, sagt Laeuen. „Zur temporären Versorgung von Hotelschiffen muss dies auch am Mainufer möglich sein.“

Sollte sich eine flächendeckende Versorgung mit Landstromanschlüssen nicht umsetzen lassen, fordern die Grünen, das Anlegen von dieselbetriebenen Hotelschiffen komplett zu untersagen. Laeuen wundert sich ohnehin über den Sinn solcher Dampfer in der Mainmetropole. „Es gibt doch in Frankfurt eine ganze Menge Hotels, die hier ja auch Arbeitsplätze schaffen. Die Frage ist: Muss man den Hotelschiffen die Genehmigung zum Anlegen überhaupt erteilen?“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare