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Karin Stolze freut sich auf den Start am 5. Juni.

Frankfurt-Bockenheim

Stricken ist schick

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Wolle liegt im Trend - davon ist Karin Stolze überzeugt. Deshalb übernimmt sie einen Laden in der Leipziger Straße. Der ist bereits gut eingeführt, und das Geschäft brummt.

Der besondere Reiz der Leipziger Straße, das sind die kleinen Händler. Inhabergeführte Läden, mit Angeboten für die Nische. So sieht Karin Stolze das. Und weil es diese Einzelhändlervielfalt immer noch gebe, sei die Einkaufsstraße auch nicht im Niedergang, wie es jahrelang kolportiert wurde. Vielmehr gehe es bergauf, findet sie und übernimmt im Juni das Wollgeschäft „Die Straße“ an der Leipziger Straße 29.

Stolze hat für ihren Optimismus gute Gründe. Ihre Vorgänger hören nicht etwa auf, weil es nicht mehr lief, sondern weil es so gut lief. „Wir schaffen es mit der Arbeit einfach nicht mehr“, berichtet Peter Bender, der das Wollgeschäft 26 Jahre lang mit seiner Frau zusammen geführt hat.
Stetig sei es in den vergangenen Jahren besser geworden, sagt der 64-Jährige. „Ein Traumgeschäft“, sagt Bender überschwänglich über den Laden, der seit 1952 in der Leipziger Straße beheimatet ist.

An der Grundausrichtung des Traditionsgeschäfts wird sich mit der neuen Inhaberin vorerst nicht viel ändern – außer der Name: Aus „Die Straße“ wird „Stolze Wolle & Mode“. Das Nischenangebot indes bleibt: Neben dem kleinen Modeverkauf geht es vor allem ums Stricken.

Blog soll neue Kunden ziehen

Ein Hobby, das sich nach Ansicht von Stolze im Aufwind befindet. Immer mehr würden sich auch junge Menschen dafür interessieren - als Teil einer Do-It-Yourself-Kultur. Angesagt seien zum Beispiel selbstgestrickte Mützen, berichtet Stolze. Zudem würden sich heute auch zunehmend mehr Männer für das Hobby interessieren.

Natürlich wünscht sich die neue Inhaberin, die Stammkundschaft zu behalten. Allein darauf bauen will sie jedoch nicht. Um Leute zu erreichen, die im Stricken ein neues Hobby gefunden haben, plant Stolze verschiedene Aktionen. So soll ab Herbst das Bockenheimer „Artcoffé“ in der Clemensstraße 3 einmal im Monat außerhalb der regulären Öffnungszeiten Schauplatz für das Event „Treffpunkt für Strickerinnen“ werden.

Zudem plant Stolze einen Strick-Blog. Dort sollen jeden Monat neue Entwürfe vorgestellt werden, die sich schnell mit nur einem oder zwei Wollknäuel umsetzen ließen, so Stolze. Die passende Beratung gebe es in ihrem Laden. Erfahrung auf dem Gebiet hat die 56-Jährige jedenfalls: Seit knapp 40 Jahren stricke sie. Bedingt sei das durch ihre Familie: Bis 1945 hätten ihre Eltern in Magdeburg ein Textilkaufhaus geführt. Mit der Eröffnung ihres Ladens am Freitag, 5. Juni, führt sie nun die Familientradition fort.

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