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Naherholung am östlichen Stadtrand: Der Berger Hang ist vor allem aufgrund der Streuobstwiesen beliebtes Ausflugsziel - mit Blick auf die Skyline.
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Naherholung am östlichen Stadtrand: Der Berger Hang ist vor allem aufgrund der Streuobstwiesen beliebtes Ausflugsziel - mit Blick auf die Skyline.

Bergen-Enkheim

Streuobstwiesen und Fachwerk

  • VonMoritz Elliesen
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Bergen-Enkheim ist auf den ersten Blick noch ein Dorf, auf den zweiten hat sich aber viel verändert. Eine höhere Vereinsdichte als hier gibt es in Frankfurt nirgendwo.

Am Ende der Marktstraße in Bergen-Enkheim, kurz vor dem Ortsschild, steht ein Traktor im Hof eines alten Fachwerkhauses. Und auch sonst fühlt es sich auf der Straße oberhalb des Berger Hanges eher wie in einem Dorf als in einer Großstadt: Lediglich die Türme der Europäischen Zentralbank, die man manchmal durch die Baumwipfel sieht, erinnern an Frankfurt.

Seit knapp 40 Jahren gehört Bergen-Enkheim offiziell zur Mainmetropole. Im Jahr 1977 wurde die ehemals eigenständige Kleinstadt mit knapp 18 000 Einwohnern im Rahmen der Hessischen Gebietsreform der Stadt zugeschlagen. Seitdem ist es der östlichste Stadtteil.

Der Stadtteil setzt sich aus den zwei ehemaligen Orten Bergen und Enkheim zusammen, deren Geschichte bereits im Mittelalter eng miteinander verwoben war: Unter der Grafschaft Hanau wurden sie bereits im 15. Jahrhundert gemeinsam verwaltet – damals allerdings nur unter dem Namen „Bergen“.

Vor allem in Bergen stößt man bis heute auf historische Bauwerke. An die Vergangenheit erinnern nicht nur die Fachwerkhäuser in der Markstraße, sondern auch die Überbleibsel der alten Stadtmauer oder der im Jahr 1472 errichtete weiße Turm in der Gangstraße – ein spätgotischer Wehrturm, mit dem man sich einst gegen die Armee aus der freien Reichsstadt Frankfurt wehren wollte.

Doch unter der Oberfläche ist der Lauf der Zeit auch an Bergen-Enkheim nicht spurlos vorbeigegangen. Ein zentraler Einschnitt war der Bau des Hessen-Centers unweit der U-Bahnstation Enkheim. Nach der Eröffnung des Einkaufszentrums im Jahr 1971 mussten viele Einzelhändler ihre Geschäfte dichtmachen, weil sie der Konkurrenz nicht standhalten konnten. Das Bild auf der Trieb- und Marktstraße wurde so nachhaltig verändert. Manch Alteingesessener sagt, dass das Leben im Viertel dadurch anonymer geworden sei.

Gemeinsame Orte gibt es dennoch: So hat das Viertel die höchste Vereinsdichte in ganz Frankfurt. 68 Vereine gibt es nach Angaben des Vereinsrings. Außer den üblichen Fußball-, Tennis- und Sportvereinen finden sich darunter auch exotischere Zusammenschlüsse wie ein Briefmarkensammlerverein.

Als Naherholungsgebiet dienen die Streuobstwiesen östlich des Fritz-Schubert-Rings, die sich bis zum Berger Hang strecken. Ein 3,5 Kilometer langer Weg lädt zur Erkundung der nur noch spärlich vorhandenen Obstwiesen ein. Auf einer der Bänke am Wegesrand kann man dem Rascheln der Blätter lauschen. Spätestens dann vergisst man die Großstadt auch wieder – zumindest für einen Moment.

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