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Die Sieger gewinnen einen Blecheimer. Daher der Name Blechdibbe-Regatta.

Niederrad

Dem Stress davon segeln

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Der Schwimm-Club feiert seine offene Vereinsmeisterschafts-Regatta. 26 Einer- und Zweier-Boote sind über den Main geschippert.

Der Wind bläst mäßig in die weißen und bunt gestreiften Segel. Langsam gleiten rund ein Dutzend Jollen am Samstagnachmittag über den Main zwischen der Neuen Niederräder Brücke und dem Licht- und Luftbad. Gelbe Bojen, die im Wasser treiben, markieren eine knapp zwei Kilometer lange Rennstrecke.

Bei der „Blechdibbe“-Regatta des Niederräder Schwimm-Clubs sind am Samstag und Sonntag insgesamt 26 Einer- und Zweier-Boote an den Start gegangen. An den beiden Stegen platscht das Wasser gegen die vertäuten Boote. Auf dem Fluss ist einiges los. Ein gemischter Ruder-Achter bahnt sich seinen Weg an den Segelbooten vorbei. Dazu kommen Ausflugsschiffe der weißen Flotte sowie lange Frachter.

„Der Westwind heute hat eine vernünftige Stärke“, sagt Armin Balser, von der Segelabteilung des Schwimm-Clubs, der die Regatta leitet und die Zieleinfahrt der einzelnen Boote mit einer Glocke signalisiert. Auf zwei bis drei schätzt er die höchsten Windstärken des Tages. Cosima Daschek hätte sich ein paar Böen mehr für die offene Vereinsmeisterschaft gewünscht, bei der die drei Schnellsten am Ende einen „Blecheimer“ als Pokal erhalten. „Kurz vor dem Ziel haben mich noch drei Boote überholt“, berichtet 14-Jährige. „Mitmachen“ bei der Regatta, sei für sie aber die Hauptsache.

Vor drei Jahren hat sie mit ihrem Vater einen Segelkurs beim Niederräder Schwimm-Club besucht. Nach Theorie-Stunden im Februar und März, ging es zum praktischen Lernen von April bis zum Ende der Saison im Oktober aufs Wasser. Seitdem darf die Jugendliche ihr eigenes Boot steuern. „Beim Segeln bist du draußen an der frischen Luft, weg vom Stress und der Schule, das tut gut“, sagt die Eschersheimerin. „Wenn richtig schöner Wind ist, bekommt man einen Kick beim Ausreiten.“ Mit „Ausreiten“, meint sie die Schräglage des Bootes, bei der die Segler, sich mit gestreckten Beinen rücklings über das Boot lehnen.

„Ein bisschen angstbefreit sollte man schon sein, wenn das Boot schräg gelegt wird“, sagt ihr Vereinskollege Konrad Gattner (17) als Voraussetzung für den Segelsport – neben der Fähigkeit schwimmen zu können. „Ich hatte am Anfang auch richtig Schiss, aber das legt sich“, berichtet Cosima Daschek. „Man sagt immer, wenn man auf dem Main segeln gelernt hat, kann man überall segeln“. Das bestätigt Armin Balser: „Der Main ist eine gute Schule, um die Beherrschung der Boote zu lernen“. Anders als auf Seen müssten die Sportler nicht nur den übrigen Wasserverkehr im Auge behalten, sondern auch auf „viele böige und drehende Winde“ reagieren, berichtet er.

Um Nachwuchs macht sich Balser keine Sorgen. Mit 50 bis 60 Mitgliedern sei die Segelabteilung des Vereins gut aufgestellt. „Wir leisten eine gute Jugendarbeit“, sagt er. Das habe für Aufschwung in den letzten Jahren gesorgt. Der Wind dagegen lässt am Samstagnachmittag früh nach und so werden die Rennen nach den ersten Läufen vorzeitig beendet.

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