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Sigrid Hermann-Marschall

SPD streitet über Salafismus-Expertin

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Frankfurter Jusos kritisieren Sigrid Hermann-Marschall (SPD) aus Offenbach. Die Islamismus-Expertin sprach im Haus des Handwerks über „Salafismus in Frankfurt“.

Die Sozialdemokraten in Frankfurt und Offenbach streiten vehement über die Islamismus-Expertin Sigrid Hermann-Marschall. Sie ist SPD-Mitglied aus Offenbach. Auf Einladung der CDU Westend sprach sie am Donnerstagabend im Haus des Handwerks über „Salafismus in Frankfurt“.

Stunden vor dem Vortrag gaben die Frankfurter Jusos eine Pressemitteilung heraus. Sigrid Hermann-Marschall sei eine „rechtspopulistische Sozialdemokratin“, schreiben die Frankfurter Jusos-Sprecher Frederik Michalke, Myrella Dorn und Lino Leudesdorff. Sie habe „keinerlei differenzierte Haltung zum Islam als Religion“. Auch heißt es: „Die Angst vor einer vermeintlichen Islamisierung des Abendlandes schürt sie weiter auf ihrem Blog.“ Die Jusos verweisen dann auf Blog-Passagen wie diese: „Gegen den IS waren die Nazis aber direkt noch eine lebensfrohe Ideologie“.

Dies sei eine „erschreckende Relativierung der Naziverbrechen und der Shoa“, so die Jusos. Hermann-Marschall verfüge „entweder über ein bedenkliches Weltbild oder keinerlei Geschichtsbewusstsein“. Die Veranstaltung der CDU Westend rücke damit in „erschreckende Nähe zur Agitation von Fragida und AfD“. Die Frankfurter Jusos forderten die Offenbacher SPD zu „Konsequenzen“ auf. „Wir distanzieren uns ausdrücklich von ihr.“

Sigrid Hermann-Marschall sagte der FR, dass sie gegen die Mitteilung der Frankfurter Jusos rechtlich vorgehen wolle. „Ich will Strafanzeige stellen wegen übler Nachrede.“ Sie wies die zitierten Passagen in der Pressemitteilung als aus dem Zusammenhang gerissen zurück. „Ich fühle mich als Person herabgesetzt“, fügte sie hinzu. In ihrer Präsentation sprach Hermann-Marschall am Abend über „die Ideologie, aus die der IS hervorgeht.“ Vier von fünf Muslime in Deutschland hielten den Koran für das Wort Gottes, ein Drittel habe ein geschlossenes, fundamentalistisches Weltbild.

In Hessen gebe es 1650 Salafisten, mit Schwerpunkten im Rhein-Main-Gebiet und in Kassel. In Frankfurt seien zehn Einrichtungen, darunter Moschee-Gemeinden, unter Beobachtung. Salafisten versuchten, durch die „Lies-Koran“-Verteilaktion neue Anhänger zu werben. Zuletzt seien samstags vor dem Einkaufszentrum MyZeil wieder Menschen angesprochen worden.

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