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Streit ums Energiesparen an Goethe-Uni Frankfurt

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Von: George Grodensky

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Studieren oder Forschen im T-Shirt ist in diesem Wintersemester wohl nicht möglich.
Studieren oder Forschen im T-Shirt ist in diesem Wintersemester wohl nicht möglich. © Renate Hoyer

Hochschule drängt Fachbereiche mit einer Haushaltssperre auf messbare Anstrengungen. Die GEW kritisiert Drohkulisse und fürchtet Stellenabbau als Folge der Budgetkürzungen.

Die Gewerkschaft GEW warnt vor Stellenabbau und Qualitätsverlust an der Goethe-Universität. Beschäftigte einiger Fachbereiche würden aufgefordert, 20 bis 30 Prozent Energie einzusparen im Vergleich zum Jahr 2019, berichtet die GEW. Schaffen sie das nicht, erwäge die Hochschulleitung für 2023 eine Haushaltssperre von mindestens sechs Prozent auf alle Budgets.

„Dies könnte dazu führen, dass über 100 Stellen nicht wiederbesetzt werden. In den Fachbereichen, die ohnehin schon chronisch unterfinanziert und personell stark unterbesetzt sind, sorgt eine solche Nachricht für viel Aufregung“, sagt Pascal Annerfelt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Rechtswissenschaft und für die GEW im Personalrat der Goethe-Universität tätig.

Dieser Auffassung möchte das Präsidium der Goethe-Universität nicht folgen. „Seitens der Hochschulleitung gab es keinerlei Aussagen zu einem möglichen Stellenabbau, es werden ganz unterschiedliche Maßnahmen zur zentralen und dezentralen Bewältigung der finanziellen Herausforderungen erwogen“, schreibt die Hochschulleitung auf Anfrage.

Das Präsidium trage die Verantwortung, angesichts sich laufend ändernder Verhältnisse einen tragfähigen Haushalt aufzustellen. „Mit großen Anstrengungen“ sei das gelungen, „ohne Gebäude schließen und den Präsenzbetrieb einstellen zu müssen“. Präsident Enrico Schleiff hat bereits mehrfach betont, Bibliotheken und Hörsäle so lange wie möglich für die Studierenden geöffnet zu halten.

Dennoch schreibt ihm Luise Brunner, studentische Senatorin der Uni, noch einmal ins Stammbuch: „Wir wollen vor allem, dass die Universität uneingeschränkt geöffnet bleibt, das ist sie ihren Studierenden schuldig.“

Die Universität ergreife alle erdenklichen Mittel, um die Kosten für Energie zu reduzieren, um die nötigen Planungsspielräume zu erhalten, schreibt die Hochschulleitung noch. Bei der Haushaltssperre handele es sich um eine Maßnahme zum Schutz der Planungs- und Betriebssicherheit der Universität. Das folge der Überzeugung, den Fachbereichen die Spielräume in absehbarer Zeit wieder zurückgeben zu können.

Die Gewerkschaft findet allerdings, dass bei aller Einsicht zum Sparen „die individuellen Bemühungen voraussichtlich nicht ausreichen.“ So fordert die GEW ein hessenweites Energie-Hilfspaket der Landesregierung und eine Öffnung des bundesweiten Härtefall-Fonds für die Hochschulen.

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