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Frankfurt: Streit über Quartiere an der A5

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Von: Christoph Manus

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Planungsdezernent Mike Josef (SPD) setzt inzwischen auf eine kleinere Lösung für neue Wohngebiete im Nordwesten Frankfurts. Doch auch gegen diese gibt es Widerstand - von BUND bis CDU.

Freie Flächen, so wie hier im Nordwesten von Frankfurt, sind im Ballungsraum begehrt. Monika Müller
Freie Flächen, so wie hier im Nordwesten von Frankfurt, sind im Ballungsraum begehrt. © Monika Müller

Bringt die Stadt die Entwicklung großer neuer Wohnquartier an der A5 im Nordwesten des Stadtgebiets auf den Weg? Das werden die Stadtverordneten erst im kommenden Jahr entscheiden. Die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt hat im Planungsausschuss dafür votiert, die Magistratsvorlage zurückzustellen, weil sich noch nicht alle betroffenen Ortsbeiräte mit den Plänen befasst haben.

Fünf Jahre nach Beginn der noch mit sehr großer Mehrheit beschlossenen vorbereitenden Untersuchungen für eine Entwicklung des Gebiets, sieht Planungsdezernent Mike Josef (SPD) die Chance, jetzt in Richtung Verwirklichung zu gehen. Dabei schlägt er eine Beschränkung auf das Gebiet östlich der Autobahn vor, die er auch als Kompromissangebot an die Region versteht. In den Nachbarstädten waren insbesondere die Pläne, auch westlich der A5 zu bauen, auf Kritik gestoßen.

BUND gegen die Pläne

Auch in Frankfurt stößt aber auch die nun vorgeschlagene kleinere Lösung, nach der immer noch etwa 6800 Wohnungen entstehen könnten, auf Widerstand. Rüdiger Hansen, Vorstandsmitglied des Frankfurter BUND, etwa machte am Abend im Ausschuss deutlich, dass eine Entwicklung des Quartiers wegen der Auswirkungen auf Klima und Umwelt für verantwortungslos hält. Die Bebauung behindere etwa die Entstehung von Kaltluftwinden und gefährde das Wasserschutzgebiet Praunheim.

Die CDU, die die Entwicklung der Wohnquartiere einst mit SPD und Grünen vorantrieb, lehnt die Pläne inzwischen ab und wirbt nur noch für eine Arrondierung der bestehenden Stadtteile. Die Linke warnt vor einem „zweiten Europaviertel“ – und stellt ihre Zustimmung unter die Bedingung, dass im Gebiet zu zwei Drittel geförderte Wohnungen entstehen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt wiederum warb am Dienstag dafür, die Entwicklung neuer Quartiere im Nordwesten nun schnell voranzutreiben – und dabei, wenn das von Vorteil sei, auf eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme zu verzichten.

Josef nannte es dagegen, ökonomisch sehr wichtig, das Gebiet mit dem Mittel einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zu bebauen. Diese sei nötig, um die Infrastruktur zu finanzieren, also etwa Schulen.

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