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Seit April lässt die Stadt die Offenbacher Landstraße sanieren.
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Seit April lässt die Stadt die Offenbacher Landstraße sanieren.

Oberrad

Streit um maroden Gehweg

  • Laura Franz
    VonLaura Franz
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Anwohner beklagen die unvollstänidge und provisorische Pflasterung an der Offenbacher Landstraße. Die Stadt verspricht Besserung.

Seit 28 Jahren gibt die Offenbacher Landstraße Anlass zur Diskussion. Der Umbau des Bereichs zwischen Scheerengasse und Buchrainplatz ist lange Zeit aufgeschoben worden. Erst nach einer Reihe von Fahrradunfällen wegen maroder Gleise wurde im April die Sanierung eingeleitet. Vier Monate später beklagen sich Anwohner über nur unvollständig erneuerte Gehwege.

Ein Gespräch soll für Aufklärung sorgen: Am Mittwochabend treffen sich Vertreter des Amtes für Straßenbau und Erschließung (ASE), des Bürgervereins Oberrad und der Anwohner zur Begehung der Problemstelle. Norbert Karl Scherlitz deutet auf die Pflastersteine unter seinen Füßen: „Das ist die reinste Flickschusterei.“ Neue Gehwegplatten sind bis zu diesem Zeitpunkt nur auf Höhe der Scheerengasse verlegt. Die alten Pflastersteine sind an vielen Stellen des 560 Meter langen Abschnitts vorläufig entfernt und teilweise provisorisch neu versetzt worden.

Vier verschiedene Beläge weist der Bürgersteig entlang der Baustelle auf. Schotter, Asphalt, Pflastersteine und Betonplatten reihen sich aneinander. Scherlitz befürchtet, dass die Wege nach Abschluss der Bauarbeiten im Februar nicht ordnungsgemäß hinterlassen werden. „Das wird nicht der Fall sein“, verspricht Uta Renaud vom ASE. Sie räumt ein: „Aktuell sieht das erstmal nicht schön aus, aber die Verkehrssicherheit geht vor.“ Die alten Pflastersteine seien nur neu angeordnet worden, damit die Sicherheit der Passanten beim Duchqueren der Baustelle gewährleistet ist.

„Das ist also nur ein Zwischenzustand“, ergänzt ihre Kollegin Petra Sedghi. In einer späteren Bauetappe sollen auch die ausgesparten Bereiche der Gehwege erneuert werden. „Die Gleisbauarbeiten haben Priorität“, sagt Sedghi. Bis Ende der rund zehn Millionen Euro teuren Sanierung sollen dann auch die Fußwege angepasst sein.

Für Scherlitz eine zu lange Zeitspanne. „Die Pflasterabschnitte sind nicht ordentlich begehbar“, sagt er. Es gebe überall Unebenheiten. Die Kellerschächte ragen aus dem Asphalt heraus und stellen Stolperfallen dar. „Meine Mutter sitzt im Rollstuhl. Für sie ist dieser Zustand unzumutbar“, erläutert er.

Auch Anwohnerin Heidrun Gondal findet es problematisch, dass die Bürgersteige bis Februar als Provisorium verbleiben sollen. „Ich bin gehbehindert und schon einige Male über hervorstehende Steine gestolpert“, sagt sie. In punkto Flucht- und Rettungsweg kam es ebenfalls zu Problemen. „In der vergangenen Woche habe ich 52 Minuten auf einen Krankenwagen für meine Mutter warten müssen, da dieser die Baustelle nicht queren konnte. Das geht einfach nicht“, empört sich Scherlitz.

Laut Renaud und Sedghi vom ASE sei die Branddirektion von Anfang an in die Fluchtwegpläne eingebunden gewesen. „Die Umleitung ist bei jeder Baustelle über Anliegerstraßen gegeben. So sind die Auflagen. Und darüber hätten die Rettungskräfte informiert sein müssen“, erklärt Sedghi. Die Gefahrenstellen sollen zudem schnellstmöglich begradigt werden. Die Pflastersteine sind farblich markiert. Auch die Gesamterneuerung der Gehwege sei von Anfang an geplant gewesen.

Am Ende des Rundgangs zeigen sich die Anwohner versöhnlich: „Wir sind froh, dass die Gehwege gemacht werden.“ Alle Zweifel konnten jedoch nicht zerstreut werden. „Ich glaube nicht daran, dass die Bürgersteige bis Februar fertiggestellt werden – zumindest nicht bis 2018“, sagt Gondal.

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