Goethe-Universität

Streit um Kopftuch-Diskussion an der Uni Frankfurt

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Bei einer Diskussion zur Verschleierung muslimischer Frauen gibt es Streit und körperliche Auseinandersetzungen. Die FDP sieht den freien Diskurs an der Hochschule in Gefahr.

Nachdem es bei einer Diskussionsveranstaltung zur Verschleierung muslimischer Frauen im Studierendenhaus in Bockenheim zu Handgreiflichkeiten gekommen ist, sieht die Frankfurter FDP den freien Diskurs an der Goethe-Universität gefährdet. Die Meinungsfreiheit an der Uni Frankfurt sei durch „linksextreme Wut- und Pöbelbürger“ bedroht, „die darüber befinden, wer reden darf und wer nicht“, sagte Uwe Schulz, rechtspolitischer Sprecher der FDP in der Stadtverordnetenversammlung.

Die politische Auseinandersetzung lebe aber gerade an einer Universität von „kontroversen, mitunter auch heftig geführten Meinungsstreitigkeiten“, bei denen auch Querdenker Platz haben müssten, sagte Schulz. Er forderte die Unileitung und den Frankfurter Magistrat auf, sich für den freien politischen Austausch einzusetzen.

Am vergangenen Donnerstag war eine Veranstaltung mit dem Titel „Die Verschleierung: Modeaccessoire, ein religiöses Symbol oder ein politisches Instrument?“ von etwa 20 bis 30 Personen massiv gestört worden. Kurz nach Beginn der Debatte, zu der der AStA der Goethe-Uni und der Verein„Terre des Femmes“ eingeladen hatten, lasen die Protestierer, die sich zur Gruppe „Studis gegen rechte Hetze“ bekannten, Redebeiträge vor und hielten Plakate in die Höhe. Der Abend musste unterbrochen werden, die Stimmung heizte sich derart auf, dass es zu mehreren Rangeleien kam.

Am Ende wurde die Polizei gerufen, die jetzt in zwei Fällen wegen Körperverletzung und in einem Fall wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Die Diskussion mit dem Stadtverordneten Uwe Paulsen (Grüne), der Autorin Naïla Chikhi und der Publizistin Ingrid König wurde anschließend wie geplant fortgesetzt.

Die „Studis gegen rechte Hetze“ teilten hinterher in einer Erklärung mit, sie hätten mit ihrer „Performance“ auf die „Gefährlichkeit und Funktion der sogenannten Kopftuch-Debatte‘“ aufmerksam machen wollen. Die Gewalt sei nicht von den Protestierern ausgegangen.

Fatma Keser, AStA-Referentin und Moderatorin des Abends, sagte der Frankfurter Rundschau, die Gewalt sei eindeutig von den teils aggressiven Störern ausgegangen. Diese seien in der Hauptsache auch keine Studierenden, sondern Mitglieder von propalästinensischen linken Organisationen gewesen. Dass die Protestierer auf Plakaten die Diskussion über das Kopftuch mit dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) in Verbindung gebracht hätten, sei für sie eine Relativierung rassistischen Terrors. Sie werde weiter Veranstaltungen zu dem Thema machen, sagte Keser. „Ich will mir das nicht nehmen lassen.“

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