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Die Aktion soll die schwere körperliche Arbeit von Kindern symbolisieren.
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Die Aktion soll die schwere körperliche Arbeit von Kindern symbolisieren.

Protest

Frankfurt: Jedes fünfte Kind von Kinderarbeit betroffen

  • Stefan Simon
    VonStefan Simon
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Straßenaktion an der Hauptwache gegen weltweite Kinderarbeit. Bündnis „Gemeinsam für Afrika“ stellt Forderungen.

Ali schleppt sich mit einem schweren Sack über der Schulter durch die Hitze. Die Sonne brennt ohne Unterlass. Die vier Kinder um ihn herum bleiben kurz stehen. „Das kannst du besser, beweg dich“, brüllt der Aufseher durch sein Megafon. Vereinzelt erntet er kritische Blicke an der Hauptwache. Aber nein, keine Sorge. Das hier ist nicht echt, sondern nur gespielt. Doch ernst ist die Lage dennoch.

Das Bündnis „Gemeinsam für Afrika“ zeigt mit dieser Szene am weltweiten Tag gegen Kinderarbeit symbolisch, dass jedes fünfte Kind in Afrika schwere körperliche Arbeit leisten muss. „Rette Nr. 5 - stoppt Kinderarbeit“ steht auf einem Banner.

Afrika: 92 Millionen Mädchen und Jungen in Kinderarbeit

Weltweit sind nach Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und Unicef rund 160 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen. Allein 92 Millionen in Afrika, der Großteil davon in der Subsahara, sagt Ulla Rüskamp von „Gemeinsam für Afrika“. „Sie arbeiten unter extrem ausbeuterischen Bedingungen. 70 Prozent schuften allein in der Landwirtschaft zum Beispiel beim Kaffee- und Kakaoanbau“, sagt sie. Ein weiterer Teil werde im Baugewerbe und im Bergbau eingesetzt zur Gewinnung von Coltan, Kupfer und Kobalt. Alles Rohstoffe, die für die Herstellung von Computern, Handys und Batterien benötigt werden.

Auch im Dienstleistungssektor seien Kinderarbeitende zu finden. „Sie verdienen ihr Geld als Haussklave, als Prostituierte oder im Drogenhandel“, sagt Rüskamp. Den Eltern bleibe oft keine andere Möglichkeit, als ihre Kinder statt in die Schule auf die Felder oder unter Tage zu schicken, weil das Familieneinkommen einfach zu niedrig sei, sagt Rüskamp. Die Folgen für die Kinder sind immens. Die Mädchen und Jungen erleideten psychische wie physische Schäden und seien durch Traumata, körperliche Verletzungen und auch Verstümmelungen gekennzeichnet, berichtet Rüskamp.

Appell: „Gemeinsam für Afrika“ fordert weltweite Abschaffung von Kinderarbeit

„Gemeinsam für Afrika“ appelliert an die Gesellschaft, dass ein Umdenken in den Köpfen der Menschen stattfinden müsse. „Auch unser Lebensstil, unser Konsumhunger und auch unsere Gleichgültigkeit tragen dazu bei, dass Kinder, anstatt zur Schule zu gehen, gezwungen werden, oftmals zehn Stunden am Tag zu schuften“, sagt Sprecherin Susanne Anger. Jeder könne dazu beitragen und zum Beispiel fair gehandelte Produkte kaufen.

Das Bündnis fordert neben der weltweiten Abschaffung von Kinderarbeit, auch den Ausbau schulischer und beruflicher Bildungsangebote, die stärkere Förderung von fairem Handel sowie Aufklärung über verantwortungsvollen Konsum.

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