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Schmuddelig und verrucht ist die Taunusstraße, aber die Künstler von TAB wollen das ändern.

Bahnhofsviertel

Die Straße zurückerobern

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Die Initiative TAB veranstaltet am Samstag eine Street Gallery und ein Konzert auf der Taunusstraße. Das Bo, Daniel Wirtz und Shantel treten auf.

Mit der Taunusstraße ist es wie mit der Eintracht, sagt Björn Eckerl, Liebe tue manchmal weh. Aber die Liebe ist groß und deshalb hat sich Eckerl vor zweieinhalb Jahren mit kreativen Freunden zur Initiative „Taunusstraße Arts and Bites“, kurz TAB, zusammengeschlossen. Aktuell plant die Gruppe das nächste Projekt, am Samstag wird die Taunusstraße nicht nur Erleuchtung erfahren, sondern auch ein bisschen Rock-am-Ring-Feeling bekommen.

Zur Eröffnung der Street Gallery wird es auch „TAB Sounds“ geben, ein Konzert, bei dem Daniel Wirtz, Shantel und Das Bo, der der Welt 2000 mit „Türlich, türlich (sicher, Dicker)“ einen Evergreen bescherte, auftreten. Für Wirtz, der sich ebenfalls bei TAB engagiert, ist es ein Heimspiel. Er wohnt an der Taunusstraße. „Ich kann quasi zwei Purzelbäume von der Bühne schlagen und bin im Bett.“ Er kündigt an, sein gesamtes Set von Rock am Ring zu spielen.

Das Konzert ist ein Kick-Off, wie TAB-Mann James Ardinast sagt. Im Fokus steht nämlich ein Kunstprojekt. Bei der Street Gallery wird die Straßenbeleuchtung aufgehübscht. Das Seckbacher Start-Up Tatcraft hat dafür Lampions konstruiert, die 1,90 Meter hoch sind und an Lichtmasten befestigt werden.

60 Künstler bewarben sich, eine Jury wählte 20 Werke aus, darunter Benjamin Olsens gemalte Portraits von fröhlichen, nicht westeuropäischen Kindern. „Das erzeugt beim Betrachter Fröhlichkeit, in Zeiten, in denen Leute vor dem Fremden Angst haben“, sagt er. Valentin J. Martin zeigt Fotocollagen aus der Bahnhofsviertelnacht und Dennis Bieneck malt expressionistische Portraits, die verschiedene Kulturen abbilden. „Wir waren überrascht, wie divers die Arbeiten waren“, sagt Olaf Deneberger, Vorstand des Deutschen Designer Clubs. „Teils wurde mit dem Elend im Viertel gespielt, teils hippe Sehnsuchtsmomente dargestellt.“ Die Vielfalt wird dann auch auf der Taunusstraße zu sehen sein.

Ordnungsdezernent Markus Frank lobt das Engagement der Beteiligten und betonte das Potenzial der Taunusstraße. Eine mittlere fünfstellige Summe gibt die Stadt für das Projekt. Im vergangenen Jahr hatte TAB in der Kaiserpassage eine Art Markt veranstaltet, auch ein Konzert von Wirtz gab es.

„Nun gehen wir den nächsten Schritt, die Kunst auf die Straße zu bringen“, so Eckerl, der sich Inspiration in New York und Tel Aviv holte. „Die Leuten sollen nicht immer nur nach den Glasscherben am Boden gucken, sondern den Blick heben, zum Licht, zu den Gebäuden.“ Dadurch verändere sich auch die Wahrnehmung der Leute im Bezug auf die Taunusstraße.

Es handle sich nicht nur um Deko, sondern um eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Straße, betont Björn Eckerl. Die Lichtinstallation wird bei Einbruch der Dunkelheit enthüllt und wird mindestens bis zum Marathon Ende Oktober zu sehen sein.

Zeitplan für Samstag, 9. September, auf der Bühne an der Ecke Taunus- und Moselstraße: 17.30 Uhr DJ Plazebo; 18.10 Uhr Das Bo; 19 Uhr Shantel; 20 Uhr Daniel Wirtz; 21.30 Uhr Jam-Session

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