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Am Freitag gehörte ein Stück der Straße den Kindern.

Gallus

Auf der Straße spielen

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Anwohner wünschen sich mehr Platz für Kinder. Die Vorschläge und Wünsche sollen an den Ortsbeirat und Stadtpolitiker übergeben werden.

Heute können sie auf der Straße Fußball spielen, malen und tanzen. Jedenfalls auf einer kleinen Fläche an der Frankenallee Ecke Schwalbacher Straße, die mit rot-weißem Band für Autos gesperrt ist. Ansonsten haben die Kinder im Gallus aber kaum freie Plätze, auf denen sie sich bewegen können. Neue Kindergärten werden mitunter ohne Außengelände geplant, und Schulen müssen zum Teil ihre Pausen in Schichten abhalten, weil der Hof zu klein ist. Auf diese Entwicklung haben Initiativen, Einrichtungen und Schulen des Viertels, die im Stadtteilarbeitskreis zusammengeschlossen sind, an zwei Aktionstagen am Donnerstag und Freitag aufmerksam gemacht. „Gallus braucht Spielraum“, lautet das Motto auf Transparenten.

„Es sollte mehr Spielplätze und mehr Grün geben“, findet Raqiba. Die Zehnjährige hat ihre Wünsche auf eine Postkarte geschrieben. Etliche hängen schon an einer Leine, weitere werden noch beschriftet. Eva Kauffeld hofft auf mehr Angebote im Viertel. Sie ist zufällig mit ihrem kleinen Sohn vorbeigekommen. Das Eltern-Kind-Turnen im Monikahaus etwa sei etwa ein toller Kurs, aber völlig überlaufen. Schön wäre auch, wenn die Spielplätze mal gereinigt und der Sand ausgetauscht würde.

Die Wünsche und Ideen der Bewohner werden auch in einem Video festgehalten. Astrid Diemer spricht in die Kamera. Ihr fehlen Sport-Angebote für junge Frauen im Viertel. Ihre 14-jährige Tochter wollte gerne turnen oder tanzen, nun muss sie nach Bornheim ausweichen. Die Botschaften sollen dem Ortsbeirat und den Stadtpolitikern übergeben werden, in der Hoffnung, dass sie etwas ändern, sagt Sabine Hoffmann vom Medienzentrum im Galluszentrum. Gerade für Jugendliche gebe es kaum Möglichkeiten sich aufzuhalten. Stattdessen immer mehr Zäune und Privatgelände.

Lorena und Alina malen mit Kreide auf die Fahrbahn. Die Neunjährigen fordern, dass es mehr Höfe und Platz zwischen den Häusern für Kinder gibt - und eine Spielstraße. Dazu noch Orte, an denen sie im Winter drinnen spielen können. „Wir brauchen mehr Erzieher und Vertretungslehrer“, sagen die Schülerinnen der Hellerhofschule.

Mehr Fußballplätze wären gut, findet Mutter Katarina Boskovic. Gerade im Sommer, „wenn die Kinder länger draußen spielen, beschweren sich die Nachbarn“. Aber wo sollen sie denn hin? Im Viertel lebten eben viele Familien mit Kindern. Und da immer mehr gebaut werde, zögen auch noch weitere her. In einigen neuen Gebäudeeinheiten entstünden zwar auch Spielecken. „Da dürfen wir dann aber nicht drauf.“ Sie wundert sich, dass nicht mehr Leute zu der Aktion gekommen sind. „Das geht doch fast alle was an.“

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