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Am Ende erhält jedes Kind bei der Stadtmeisterschaft am Hammerskjöldring eine Medaille.

Beach-Soccer-Stadtmeisterschaft in Frankfurt

Strandball mitten in Frankfurt

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Beim Finale der Beach-Soccer-Stadtmeisterschaft in Frankfurt steht der Spaß im Vordergrund. Sieben Teams aus ganz Frankfurt treten im Kinderzentrum Hammarskjöldring gegeneinander an.

Anes nimmt vier, fünf Schritte Anlauf auf dem Sand. Er bläst die Backen im Stile eines echten Profis auf und zieht ab. Volltreffer. Der Ball trifft den Kinder-Cocktail eines Jungen, das rote Getränk spritzt quer über sein grünes Shirt. Der Getroffene lacht noch minutenlang über das Missgeschick.

Den Freistoß hat der zehnjährige Anes für das Kinderzentrum Wiesenhüttenstraße geschossen. Eines von sieben Teams, die es in das Finale der dritten Beach-Soccer-Stadtmeisterschaft des Frankfurter Kinderbüros und der Kita Frankfurt geschafft haben. Dabei treten sechs- bis zehnjährige Kinder aus Frankfurt gegeneinander an. Dieses Jahr spielen sie im Kinderzentrum Hammarskjöldring in der Nordweststadt.

Klara, Minjae und Adam klatschen sich ab. Trotz des missglückten Freistoßes gewinnt Team Wiesenhüttenstraße auch ihr zweites Spiel 3:0. „Vor dem Job habe ich auch gerne gekickt“, sagt ihr Erzieher und Tagestrainer Domingo Bascañana. In der Pause zum nächsten Spiel erteilt er sogar taktische Anweisungen für das 8 mal 16 Meter große Feld.

„Der Spaß ist das Wichtigste“, sagt Miriam Schulze von der Kita Frankfurt. Beim Beach-Soccer spielten Ältere mit Jüngeren, quer durch die Geschlechter. Die städtischen Kinderzentren arbeiten bei der Initiative „Frankfurt am Strand“ mit dem Kinderbüro Frankfurt zusammen. Dabei erhalten Kinder- oder Sportzentren Sandfelder, auf denen Kinder sich bei Volleyball, Badminton oder eben Fußball bewegen können. Wenn sie denn da sind.

„Wir können auch so loslegen“, sagt der Schiedsrichter und schaut sich um. Nur ein Team hat es bis jetzt auf Spielfeld geschafft. Die Gegner trinken noch Cocktails an der kleinen Kinderbar nebenan. Auch an dem Stand mit abwaschbaren Tattoos finden sich einige, die jetzt eigentlich spielen sollten. Passend zur Beach-Atmosphäre läuft Musik.

„Frankfurt am Strand“ geht auf Thomas Ziegler vom Kinderbüro Frankfurt zurück. Als Jugendtrainer ließ er Handball im Sand spielen. „Das hat meine Jungs verwandelt. Sonst aggressivere Spieler wurden ganz sanft.“ Das hat auch Angelika Zeiler beobachtet, stellvertretende Leiterin des Kinderzentrums Gerlachstraße in Höchst. Dort begann 2011 alles mit dem ersten Sandplatz. Zunächst waren die Eltern skeptisch. Barfuß verletzten sich die Kinder leicht. Doch im Alltag waren die Sorgen schnell verflogen. „Bei Festen spielen oft Eltern begeistert mit“, sagt Zeiler.

Beim Turnier am Freitag treten keine Erwachsenen an. Die Kinder aus der Wiesenhüttenstraße sind dagegen nach zwei Siegen in zwei Spielen voll dabei. Nun geht es gegen das heimische Team Hammarskjöldring. „Schießt ein Tor!“, feuern drei Kinder am Rand an. Beim Anstoß zieht Anes sich die Hose hoch und starrt auf den Ball. Zu einem Treffer reicht es zwar nicht, aber das Team gewinnt trotzdem.

Thomas Ziegler verfolgt das Spiel etwas abseits auf einer Bank. „Mein Ziel ist ein Beach-Soccer-Platz in jedem Stadtteil Frankfurts“, sagt er. Später am Tag erhält jedes Kind eine Medaille. Damit ist der Tag für alle ein Volltreffer

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