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„Stoppt das Töten“

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Von: Sabine Schramek

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Die Friedensbewegung demonstriert auf dem Goetheplatz. rüffer
Die Friedensbewegung demonstriert auf dem Goetheplatz. rüffer © rainer rüffer

Zwei Demonstrationen in Frankfurt setzen sich für die Freiheit der Menschen im Iran und für den Frieden in der Ukraine ein.

Die kommissarische Oberbürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) ist 1985 als politisch Verfolgte mit ihrer kleinen Tochter aus dem Iran geflohen. Sie hatte sich schon als Schülerin für Freiheit und Rechte von Frauen eingesetzt. Es ist wohl die Erinnerung daran, dass ihre Rufe „Jin, Jiyan, Azadi – Frau, Leben, Freiheit“ bei den Kundgebungen so vehement und emotional klingen, wenn iranische Flaggen wehen und die Forderung, dass das islamische Mullah-Regime weg muss, durch Frankfurt klingen. An diesem Samstag besonders laut, weil vor genau drei Jahren laut Amnesty International mindestens 324 Menschen bei landesweiten Protesten wegen 200-prozentiger Erhöhung der Benzinpreise mitgemacht haben. Mehr als 120 von ihnen wurden durch Schüsse getötet.

Seit dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini am 16. September, die von der iranischen Sittenpolizei verhaftet wurde, weil sie ihre Kopfbedeckung zu locker trug, wurden bis zum 11. November laut der Human Rights Activists News Agency (HRANA) mindestens 330 Menschen bei den Protesten im Iran getötet. 50 von ihnen waren minderjährig, 15 000 Menschen wurden festgenommen. Vielen droht die Todesstrafe.

Um die moralisch zu unterstützen, die unter Lebensgefahr im Iran auf die Straße gehen, protestieren Menschen auch in Frankfurt. Sie wollen, dass die Bundesregierung keine Geschäfte mehr mit der islamischen Republik macht und gemeinsam mit der Europäischen Union Druck auf das Regime ausübt, alle politisch Gefangenen freizulassen.

Um Frieden einzufordern, ist am Samstag auch ein Bündnis aus mehreren Organisationen am Goetheplatz zusammengekommen. „Stoppt das Töten in der Ukraine. Aufrüstung ist nicht die Lösung“ heißt das Motto.

Nur 40 Leute am Goetheplatz

Bei Reden vor rund 40 Teilnehmenden wird Waffenstillstand mit dem Rückzug des russischen Militärs aus der Ukraine gefordert. Man wolle Friedensverhandlungen und dass sich die Bundesregierung aktiv für eine diplomatische Lösung des Konflikts engagiert. Seit fast neun Monaten läuft der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Mit mehr als 6500 Todesopfern in der ukrainischen Zivilbevölkerung und mehr als 10 000 Verletzten. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der zivilen Opfer noch wesentlich höher ist.

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