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Jetzt fehlt nur noch das Pflaster: Inci Yildiz Leroy (links) und die sechsjährige Mina versorgen den verletzten Plüschhund.
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Jetzt fehlt nur noch das Pflaster: Inci Yildiz Leroy (links) und die sechsjährige Mina versorgen den verletzten Plüschhund.

Uniklinik Frankfurt

Das Stofftier muss zum Arzt

In der Teddyklinik der Frankfurter Uniklinik sollen Kinder ihre Angst vor dem weißen Kittel und der Spritze verlieren.

Von Torsten Gertkemper

Minas Hund ist bereits im OP. Zwei Pfoten und sein Schwanz sind verletzt. Die sechsjährige Besitzerin hat ihn deshalb zu den Teddydoktoren in die Frankfurter Uniklinik gebracht. Gemeinsam mit Ärztin Inci Yildiz Leroy setzt sie die Spritze an und verbindet danach die Pfoten ihres plüschigen Vierbeiners.

Inci Yildiz Leroy ist Medizinstudentin im zweiten Semester und behandelt zum ersten Mal Stofftiere. „Es macht mir wirklich Spaß, und die Kinder machen echt gut mit“, sagt sie. Die 19-Jährige ist eine von 150 angehenden Medizinern, die noch bis Freitag die Teddys der Kinder behandeln. Auf diese Weise sollen die jungen Besitzer ihre Furcht vor dem Arzt verlieren. „Wir möchten den Kindern die Angst vor dem weißen Kittel und der Spritze nehmen“, sagt Bruno Seibert, der Vorstandsvorsitzende der Kinderheilstiftung, dem Hauptsponsor und wichtigsten Träger der Teddyklinik.

Häufig müsse sich die Stiftung mit schlimmen Fällen auseinandersetzen. Die Klinik für Plüschtiere hingegen sei ein ausschließlich positives Ereignis. „Es geht aber keineswegs darum, die Medizin zu verniedlichen“, betont Seibert.

Bereits zum zehnten Mal hat die Teddyklink geöffnet. Andreas Böhmer ist seit fünf Jahren dabei, vor drei Jahren übernahm er die Organisation. Bereits ein halbes Jahr vorher beginne das Team mit den Vorbereitungen für die Teddyklinik, doch Stress bereite ihm das kaum, sagt der 24-jährige, der kurz vor dem Examen steht. „Das ist eine willkommene Abwechslung zur Examensvorbereitung.“

Mit vier Kommilitonen bildet er das Organisationsteam, das immer von 9 bis 15 Uhr vor Ort sein wird. Die Teddydoktoren sind in Stundenschichten eingeteilt. Bis Freitag werden sie die Stofftiere von etwa 1400 Kindern versorgen; Gruppen aus 83 Kindertagesstätten werden in den nächsten Tagen in der Uniklinik vorbeischauen.

Alle halbe Stunde kommt eine neue Gruppe an. Zunächst geht’s ins Wartezimmer, das aus aufgestellten Sofas im Eingangsbereich besteht. Danach wird jedem Tier eine Einzelbehandlung zuteil. Zuerst wird die Krankenakte ausgefüllt, anschließend geht es zum Röntgen, dafür werden die Plüschtiere in eine mit Glasscheibe versehene Holzkiste gelegt. Schließlich stellt der Arzt die Diagnose – und je nach Befund muss der Patient in den OP.

Dort hat Yildiz Leroy die Operation an Minas Hund gerade beendet. Sie bringt noch ein Pflaster an, zieht die Handschuhe aus, fertig. Dann geht es für die beiden zur letzten Station: der Apotheke. „Schließlich soll ihr Hund ja auch gesund bleiben“, sagt Inci Yildiz Leroy.

Nur Kitagruppen können sich zur Teddyklinik anmelden. Mehr Informationen gibt es auf der Facebookseite der Teddyklinik Frankfurt oder nach einer E-Mail an teddyklinik-ffm@gmx.de.

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