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Immer ein Höhepunkt: das Frankfurter Sommerfestival Stoffel
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Immer ein Höhepunkt: das Frankfurter Sommerfestival Stoffel

Sommerfestival

Das Stoffel schrumpft

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Weil eine Anwohnerin mit Klage droht, schränkt das Sommerfestival sein Programm ein.

Nur noch 18 Tage. Das Festival Stoffel, das seit 14 Jahren im Sommer den Günthersburgpark mit Musik, Kabarett und Kindertheater bespielt, muss sein Bühnenprogramm deutlich zurückfahren. Auf 18 Tage in den vier Veranstaltungswochen.

„Wir nennen es eingestöpseltes Programm, im Gegensatz zum ausgestöpselten Programm an den übrigen Tagen“, sagt Geschäftsführerin Petra Gismann. Sie organisiert das Festival gemeinsam mit den Geschäftsführern Herbert Huber und Michael Herl.

Dass die Organisation in diesem Jahr schwieriger geworden sei, liege „an einer Person“. Einer Anwohnerin, die seit Jahren beim Ordnungsamt anrufe, wenn ihr das Stoffel zu laut sei. Die auch schon dafür verantwortlich gewesen sei, dass das Festival zuletzt den „ruhigen Montag“ eingeführt habe. In diesem Jahr habe sie mit einer Klage gedroht.

Wie die Frau heißt, wo sie wohnt, wissen die Stoffel-Veranstalter nicht. Glücklicherweise, vermutlich würde sich das Unverständnis von 90 000 Stoffel-Besuchern über ihr entladen. Als Anwohnerin hat sie natürlich Rechte. So habe das Ordnungsamt als Hüterin der Anwohnerrechte mit ihr eine Vereinbarung ausgehandelt, sagt Gismann. Getreu der Freizeitlärm-Richtlinie. Die sehe vor, dass der Günthersburpark an genau 18 Tagen im Jahr, an denen Freizeitlärm erlaubt sei, vom Stoffel genutzt werde dürfe. Bei 60 Dezibel Schall.

„Wenn die Frau klagt, macht uns das Gericht das Stoffel sofort dicht“, sagt Gismann. Michael Herl nickt. Das gleiche Dilemma haben übrigens das Festival Sommerwerft am Main und der Weihnachtsmarkt. Weshalb sie abends pünktlich schließen.

An den 13 bühnenfreien Tagen soll es im Günthersburgpark „den schönsten Biergarten der Stadt geben“, kündigt Herbert Huber an. Außerdem ein betont leises Programm. Etwa Spieleabende.„Falls sich ein Sponsor findet, der uns Brettspiele zur Verfügung stellt, wäre das fantastisch“, sagt Gismann. Denkbar sei auch kollektiver Gesang. Eben nur nicht zu laut. Weil es weniger Bühnentage gebe, fielen auch Einnahmen weg. Denn mit dem Spendeneimer herumlaufen, wenn auf der Bühne nichts läuft, wollen die Veranstalter nicht. So stelle sich ein, was der „ruhige Montag“ schon angedeutet habe: Das Stoffel, das 250 000 bis 300 000 Euro kostet, kann das Stalburg Theater nicht mehr querfinanzieren.

Festival und Theater stünden daher unter Kostendruck, erklärt die Geschäftsführerin. Für das Stoffel steht die Aussage von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) im Raum, sie wolle sich für dessen Fortbestand einsetzen. Einen Antrag auf 55 000 Euro Finanzierung habe das Stoffel bei der Stadt gestellt, 20 000 Euro habe das Kulturamt bewilligt, sagt Gismann. Sie hofft, dass die Stadt die verbleibende Summe bereitstellen wird, sobald der städtische Haushalt beschlossen ist.

Für das Stalburg Theater steuere die Stadt bisher 50 000 Euro im Jahr bei. In einem Förderantrag, den das Theater in der kommenden Woche beim Kulturamt einreichen will, fordert es das Dreifache. „Wir sehen es als extreme Schräglage, dass unser festes Haus mit festen Mitarbeitern genau so hoch gefördert wird wie die freie Szene, die nur einzelne Produktionen macht“, sagt Gismann. Ein weiterer Antrag auf Unterstützung bei der Sanierung von Infrastruktur, den Bühnenelementen und der Beleuchtung, stelle das Stalburg Theater im Juni einreichen.

Außerdem werben die Organisatoren um Spenden. „Im nächsten Jahr wird das Stoffel 15, das Stalburg Theater 20 Jahre alt. Das würden wir gerne erleben“, sagt Gismann. Auch wenn das Stoffel leiser werden muss.

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