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Stoffel-Auftakt in Frankfurt mit Swing

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Von: Anja Laud

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Der „Stoffel“ bietet im Günthersburgpark in den kommenden drei Wochen wieder Live-Musik, Kabarett und Theater.
Der „Stoffel“ bietet im Günthersburgpark in den kommenden drei Wochen wieder Live-Musik, Kabarett und Theater. © ROLF OESER

Das Festival im Günthersburgpark in Frankfurt beginnt am Freitag. Es bietet Besucher:innen bis in den August über 60 Veranstaltungen

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Wirtschaftskrise – in Zeiten wie diesen, ist es nicht einfach, ein Festival zu organisieren. „Am vergangenen Donnerstag hat uns unser Zeltbauer gesagt, dass er wegen Personalmangels kein Zelt aufstellen kann“, sagt Stalburg-Theaterchef Michael Herl. Gefühlte 100 Anrufe später war ein neuer Zeltbauer gefunden. Jetzt stehen die Zelte auf der Wiese im nördlichen Teil des Günthersburgparks. Am morgigen Freitag geht es los mit dem Stoffel, dem „Stalburg-Theater Offene Luft“ – mit großer Besetzung.

Mit Swing und sattem Bigband-Sound startet der Stoffel in seine 19. Saison. Von 18 Uhr an spielen morgen die „Jubilee Jumpers“, die Swingband des Bandleaders Piet Klinger. Danach tritt von 20 Uhr an die „Schirn Big Band“ mit 23 Musiker:innen unter der Leitung des Saxophonisten Gernot Dechert auf.

Das Festival

Das „Stalburg-Theater Offene Luft“ , kurz „Stoffel“, wird vom morgigen Freitag, 15. Juli, bis Samstag, 6. August, im nördlichen Teil des Günthersburgparks zu sehen und zu hören sein.

Zum Start am morgigen Freitag treten um 18 Uhr die Swingband „Jubilee Jumpers“ und um 20 Uhr die „Schirn Big Band“ auf.

Wer auf dem Nachtflohmarkt am Montag, 25. Juli, 18 bis 22 Uhr, verkaufen möchte, kann sich per E-Mail um einen Stand bewerben. Die Gebühr dafür beträgt 20 Euro.

roth@stalburg.de

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. In roten Eimern wird von den Besucher:innen Geld gesammelt.

Eine Übersicht über das gesamte, dreiwöchige Programm findet sich online auf der Webseite des Stalburg-Theaters. lad

www.stalburg.de

Zwei Jahre lang mussten die Frankfurter:innen auf das Festival im Park verzichten. 2020, im ersten Pandemie-Jahr, wurde der Stoffel virtuell abgehalten, 2021 gab es einen Guerilla-Stoffel an verschiedenen Orten in der Stadt. Für einen Stoffel am angestammten Platz waren die Auflagen, so Herl, nicht umsetzbar. Zu den Veranstaltungen hätten jeweils maximal 2000 Menschen kommen dürfen. „Um das gewährleisten zu können, hätten wir das Gelände einzäumen und Security haben müssen. Das widerspricht unseren Grundfesten. Der Stoffel ist für alle, und jeder kann kommen und gehen, wann er oder sie es will“, sagt er.

Wenn Corona nicht wieder für Beschränkungen sorgt, soll der Stoffel bis Samstag, 6. August wie in all den Jahren vor der Pandemie über die Bühne im Günthersburgpark gehen, mit Live-Musik, Kabarett und Theater, letzteres auch für die Kleinsten. Über 60 Veranstaltungen sind geplant. Zwei davon sind neue Angebote. Am Sonntag, 24. Juli, wird es von 16 Uhr an zum ersten Mal einen Bingonachmittag mit Kaffee und Kuchen geben, der von der Schauspielerin Stefani Kunkel in ihrer Paraderolle als „Hilde aus Bornheim“ im schönsten Hessisch moderiert wird. Einen Tag später, am Montag, 25. Juli, kann beim ersten Stoffel-Nachtflohmarkt von 18 bis 22 Uhr gefeilscht werden. 60 von 80 Verkaufstischen sind bereits vergeben.

Probleme, genügend Künstler:innen für den Stoffel zu gewinnen, hat das Stalburg-Theater nicht. Filippo Tiberia, der für die Auswahl zuständig ist, hatte diese im Januar 2020 bereits getroffen. Doch dann machte Corona ihren Auftritt unmöglich. Viele der damals Ausgewählten werden jetzt auftreten. Zurückgehalten, so Tiberia, habe er sich wegen der immer noch unsicheren Lage bei der Verpflichtung internationaler Künstler:innen. Am Sonntag, 24. Juli, 18 Uhr, treten der Gitarrist Tim McMillan und die Violinistin und Sängerin Rachel Snow aus Australien auf. Am letzten Abend des Festivals, am Samstag, 6. August, 20 Uhr, beenden die „Postcards“, eine Band aus Beirut, den Stoffel. Über deren Auftritt freuen sich die Festivalmacher:innen besonders. Der Schlagzeuger wurde bei der großen Explosion 2020 im Hafen der libanesischen Hauptstadt verletzt, wie Tiberia erzählt.

Keiner müsse für den Besuch des Stoffels zahlen, wenn er oder sie es nicht können, sagt Herl im Hinblick auf die Finanzkrise. Aber natürlich werden wieder rote Eimer durchs Publikum gehen, damit die Geld hineinwerfen können, die sich einen Beitrag leisten können. Die Künstler:innen werden übrigens nicht aus dem, was bei den Sammelaktionen in den Eimern zusammenkommt, bezahlt. „Sie bekommen Festgagen“ betont der Theater-Chef. Aber alles, was nach Abzug der Kosten von den Stoffel-Einnahmen, etwa denen der Gastronomie, und Sponsorengeldern übrig bleibt, kommt wieder dem Stalburg-Theater im Nordend zugute. „Der Stoffel ist unser wichtigster Sponsor“, sagt Herl.

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