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Rolltreppen in der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofs.

Umbau des Hauptbahnhofs

Frankfurt: Heller und sauberer Hauptbahnhof

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Hell und blitzsauber - das wünscht man sich auch vom Frankfurter Hauptbahnhof. Der Kommentar. 

Ein Kopfbahnhof wie in Frankfurt gehört in die Mottenkiste. Das Wenden kostet Zeit, unpünktliche Züge behindern die pünktlichen. Die Zahl der Gleise setzt enge Grenzen. So etwas würde heute keiner mehr planen. Aber es gibt ihn nun mal. Von daher hat die Idee des Fernbahntunnels ihren Charme. Eine Anzahl der Züge hält an einem Tiefbahnhof und verkehrt unterhalb der Stadt. So wie die S-Bahn. Das schafft oben Platz, nimmt ein wenig Druck aus dem Kessel. Es kann aber nur einer von vielen Beiträgen zur Lösung der Verkehrsprobleme im Ballungsraum sein.

Jahrzehntelang hat der Bund das Schienennetz vernachlässigt. Dieselfahrverbote, Klimawandel und vollgestopfte Autobahnen haben das CSU-geführte Verkehrsministerium zum Umdenken gezwungen. Es gilt, diese Stimmung zu nutzen. Für den Fernbahntunnel, aber auch für alle anderen Möglichkeiten, die die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs steigern. Dazu gehören diverse Infrastrukturvorhaben, günstige Preise, auch zuverlässige Fahrgast-Informationen. Da besteht ebenfalls noch Nachholbedarf.

Sollte die Frankfurter Röhre einst in Betrieb gehen, werden noch Jahrzehnte vergehen. Was die Deutsche Bahn von den Schweizer Kollegen allerdings schon jetzt abschauen kann, das ist, dass nicht alle Flächen auf Teufel komm raus vermarktet und zugestellt werden müssen. Großzügig ist der Züricher Hauptbahnhof, hell und blitzsauber. Was ein Unterschied zu dem schmuddeligen Frankfurter, wo Pendler sich mit Ellbogen von der S-Bahn nach oben kämpfen. Und Glück haben, wenn die Rolltreppe ausnahmsweise mal nicht streikt.

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