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Stijl-Markt auf dem Campus Westend

Stijlvolles Frankfurt

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Zum dritten Mal stellen am Campus Westend junge Designer beim „StijlMarkt“ aus.

Die Stimmung sei entspannt, alles mit Stil dekoriert und das Angebot vielseitig, loben Eva und Kiki das Konzept des diesjährigen „Stijl-Markts“. Sie sitzen mit neuen Ohrringen geschmückt und Kaffee mit Sojamilch in der Hand vor dem Casino auf dem Campus Westend und genießen den sonnigen Mittag. Dass sie Design-Fans sind, sieht man von weitem. „Nachher wollen wir uns noch eine Flasche von dem Schokosekt mitnehmen und an einem der Foodtrucks etwas zu essen besorgen“ – sie freuen sich, dass es nicht nur „einfach irgendwas, wie Currywurst“ gibt.

Egal ob Lebensmittel, Kleidung oder Kosmetik, Deko und Gebrauchsgegenstände – nichts, was hier ausgestellt wird, kann nur das, was es muss. Mehrere Tausend Besucher folgten am vergangenen Wochenende der Einladung, junges Design „abseits des Mainstreams“ anzuschauen und zu kaufen. Nachhaltig, regional, handgemacht ist das Motto.

„In Frankfurt sind wir jetzt zum dritten Mal“, sagt Daniel Regenbrecht, der den „Stijl-Markt“ schon fast von Beginn an mitorganisiert. „Angefangen hat alles 2009 in Mainz, seither haben wir in zehn Städten Halt gemacht und sind auch ganz schön gewachsen.“ Viel größer solle es aber nicht werden, man wolle „steriles Messefeeling“ vermeiden. In Frankfurt sind in diesem Jahr 120 Aussteller dabei, rund ein Drittel aus dem Rhein-Main-Gebiet.

Am Anfang sei es eine „private Panscherei“ gewesen, sagt Sarah Kraemer aus Babenhausen, die 2017 aus ihrer empfindlichen Haut einen Beruf machte. „Ich habe immer viel experimentiert, weil ich viele Pflegeprodukte nicht vertragen habe. Mittlerweile ist Goldenglow ein kleines Familienunternehmen.“ Ihre Schwester sei Chemikerin und sie mache eine Ausbildung zur Kosmetikerin. Den Rohstoff für ihre Kosmetika, unraffinierte Sheabutter, kaufe ihre Mutter aus nachhaltigem Anbau in Südafrika. Er wird mit Avocado-, Mandel- oder Sanddorn-Öl angereichert. „Auch die Flakons und Dosen werden in der Region hergestellt“, sagt sie. Die Naturnähe habe sie sich zertifizieren lassen und es damit schon in das „Fogs Green Style“-Magazin und die Vogue geschafft.

„Mir gefällt, dass man hier richtige Qualität bekommt, dafür zahle ich gerne ein bisschen mehr“, sagt Jonas. Er und seine Begleitung Laura tragen mehrere Papiertüten mit sich. „Die Sachen wurden nachhaltig hergestellt, das ist toll. Und es gibt hier Sachen, die nicht jeder hat“, freut sich Laura über ihre neuen Schnürsandalen von den Kunsthandwerkern Kinfolks.

„Ich bin auf der Suche nach veganem Lederersatz auf Kork gestoßen“, sagt Lisa Frisch aus Frankfurt, die mit einer Freundin vor vier Jahren „Frisch Beutel“ gegründet hat. Die ausgestellten Geldbörsen, Taschen und Rucksäcke sind selbstgenäht. Der Kork komme von einem Lieferanten aus Portugal, den sie persönlich kennen würden. „Mittlerweile haben wir auch Leder im Sortiment. Weil wir nur natürliche Produkte verwenden wollen, verzichten wir auf Kunstleder.“

Gar nicht vegan geht bei es Melanie Fischer und Anika Rasner aus Riedstadt bei Darmstadt zu: Sie verkaufen Bacon-Jam. „Die Onion-Jam kam erst später dazu, weil sich so viele eine vegetarische Variante gewünscht haben.“ Seit 2016 verkaufen sie als „Marf“ in Zusammenarbeit mit einer Metzgerei „Kleine Schweinereien“. „Wir sind große Freunde von Barbecue. Vor ein paar Jahren haben wir zum Grillen ein Bacon-Jam-Rezept ausprobiert und dachten uns: Da geht noch was.“

Koriander-Aufstrich auf Hanfbasis, Plakate mit der Anatomie eines Fahrrads, Zubehör für Matetee und Menükarten aus hauchdünnem Beton: Stijlish ist hier alles.

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