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Das erste Goldene Buch ist mittlerweile im Ruhestand.

Würdigung

Goldenes Buch der Stiftungen in Frankfurt

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Frankfurter Stiftungen können sich in einem besonderen Band verewigen.

Frankfurt hat beim Thema Stiftungen gewissermaßen ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal. Als vermutlich einzige Stadt pflegt die Mainmetropole das „Goldene Buch der Stiftungen“. Darin können sich die Stifter der Stadt verewigen – eine Ehrung, für die es keine Mindestkriterien gibt, wobei die Stadt allerdings schon darauf achte, dass sich die Stiftung bereits verdient gemacht habe. Tatsächlich täuscht das Wort „golden“, denn das aktuelle Stiftungsbuch ist rot.

Der Umschlag aus Rindsleder spiegelt die Farbe des Frankfurter Stadtwappens wider. Das rote Exemplar ist die zweite Generation des goldenen Buches, der Vorgänger war ein in Pergament gebundener Band mit Messingbeschlägen. Auf der Vorderseite zeigt eine Messingplatte die Dreigiebelfront des Frankfurter Römers und den Gerechtigkeitsbrunnen im Vordergrund. Das Exemplar war von 1930 bis Ende 2011 im Einsatz. Weil es keinen Platz für weitere Eintragungen bot, wurde es durch das aktuelle rote Buch ersetzt.

Platz ist darin noch reichlich vorhanden. Bisher haben sich in beiden Büchern 130 Stiftungen eingetragen – knapp ein Fünftel aller anerkannten Stiftungen in Frankfurt. Das Buch wird vom Rechnungsamt verwahrt, das beim Sozialdezernat angesiedelt ist und auch die Stiftungsaufsicht innehat.

Seinen Ursprung hat das Buch in einem verheerenden Ereignis. Die Inflation der 1920er Jahre zehrte auch das Vermögen vieler Stiftungen auf. Dadurch verschwanden die Institutionen oder mussten mit anderen zusammengelegt werden. Die Stadt legte zum Gedenken an die erloschenen Stiftungen ein Erinnerungsbuch an. Das Goldene Buch ergänzte den anderen Band ab 1930 und war den künftigen Stiftungen gewidmet. Die erste Stiftung, die sich 1936 eintrug, war das „Hilfswerk des Oberbürgermeisters“, das später mit der heute noch aktiven Heussenstamm-Stiftung zusammengelegt wurde.

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