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Markus Nimmerrichter erfrischt sich mit dem Taschenventilator.

Frankfurt-West

Sternfahrt für den guten Zweck

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Bei der „Tour des West“ sind 200 Radfahrer aus acht Stadtteilen unterwegs. Sie sammeln Geld für den Förderverein des Klinikum Höchst.

Es ist ein imposantes Bild, wie sich die rund 200 Radfahrer am Sonntagnachmittag auf einem Waldweg neben dem Schwanheimer Sportplatz versammeln. In einer langen Schlange reihen sie sich mit ihren Rädern hintereinander ein. Zur dritten Ausgabe der „Tour de West“ sind Radler wieder auf Sternfahrten aus mehreren westlichen Stadtteilen zusammen gekommen, um gemeinsam in die Pedale zu treten.

Velo-Fahrer aus acht Quartieren, von Griesheim bis Unterliederbach, sind mit dabei. „Sindlingen und Zeilsheim kommen vereint“, ruft ein Mann, als er mit der ersten Gruppe eintrudelt. Nur wenige Momente später folgen die anderen. Etwa sechs Kilometer führt die Radler die Strecke dann weiter durch den Wald und über die Farbenstraße zum Provadis-Gelände zum Abschlussgrillen.

Am Startpunkt, an dem ein Banner als Markierung über den Weg gespannt ist, haben einige der mehr als 30 ehrenamtlichen Helfer ein Wohnmobil aufgestellt, daneben einen Kühlwagen mit kalten Getränken und eine Pannen-Station. Lokale Sponsoren unterstützen die kostenlose Veranstaltung. Fast sieht das Ambiente wie bei einem kleinen Radrennen aus, obwohl es natürlich nicht um Geschwindigkeit geht. „Nachbarschaftlich und gemeinschaftlich etwas erleben“, das sei Ziel der Tour, sagt Uwe Eisenmann von der Initiative Frankfurt West.

Vor drei Jahren hat er die Aktion, im Rahmen des bundesweiten „Stadtradelns“, ins Leben gerufen hat. Beim ersten Mal seien nur 25 Teilnehmer dabei gewesen, im letzten Jahr etwa 100. Es gebe einen „hohen Lokalpatriotismus“ in den westlichen Stadtteilen, sagt die Nieder Quartiersmanagerin und Mitorganisatorin Maya Glage. Über die Stadtteilgrenzen gebe es dagegen weniger Verbindungen. Mit dem gemeinsamen Radeln solle sich das ändern.

„Wegen der Gemeinschaft“ fahre Queenie Brech mit, so die 45-jährige, die mit ihrer Tochter und dem Schwiegervater im ersten Schwung aus Sindlingen angekommen ist. „Ich mag es, neue Leute kennenzulernen“, sagt sie. Eine große Gruppe zu bilden, um Zusammenhalt zu signalisieren, gefalle ihr ebenfalls. „Sossenheim zu vertreten und für den guten Zweck zu spenden“, das ist Joachim Bretz wichtig. Der 60-Jährige spricht damit die Spendenaktion an, bei der auf der Tour für den Förderkreis des Höchster Klinikums gesammelt wird. Bärbel Schui, die neben Bretz steht und schon im vergangenen Jahr dabei war, sagt: „Es ist überwältigend und toll, wie viele diesmal dabei sind“. Eine schöne Sache sei es, „mal die Leute zu mobilisieren“, so die 68-Jährige.

Auch Lokalpolitiker sind im Teilnehmerfeld zu sehen. Planungsdezernent Mike Josef (SPD) etwa fährt im hinteren Drittel mit.

Zu den Jüngsten zählen die Geschwister Lilly (7) und Paul (8) aus Okriftel. Weil ihre Eltern in Höchst arbeiteten, seien sie dabei, berichtet Vater Holger Häuser, der sich vor dem Start noch etwas Luft in seine Reifen pumpen lässt. Radtouren von 20 Kilometern Länge hätten die Kinder schon absolviert. Damit sei die Familie gut vorbereitet für ihre Rundfahrt, die für sie an der Höchster Fähre begonnen hat. „Wir fahren allgemein viel Rad“, sagt Mutter Nadya Häuser. Ob sie schon einmal mit so vielen anderen Radlern gefahren seien, beantworten die Kinder mit Kopfschütteln.

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