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Sternfahrt Frankfurt-Wiesbaden: Fahrräder auf zehn Kilometern Länge

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Von: Florian Leclerc

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Ein Anblick, der in Erinnerung bleiben wird. Fahrrad-Kolonne auf der Autobahn 648. Danach ging es über die A66 nach Wiesbaden. Foto: Rolf Oeser
Ein Anblick, der in Erinnerung bleiben wird. Fahrrad-Kolonne auf der Autobahn 648. Danach ging es über die A66 nach Wiesbaden. Foto: Rolf Oeser © Rolf Oeser

Die Veranstalter ziehen ein positives Fazit zur Sternfahrt von Frankfurt nach Wiesbaden. Sie gehen von bis zu 12 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Es kam zu einzelnen Stürzen.

Die bislang längste Sternfahrt mit dem Fahrrad über Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet dürfte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern lebhaft in Erinnerung bleiben. Vielfach wurden in sozialen Medien Bilder geteilt von der kilometerlangen Kolonne von Fahrrädern, die sich auf der A66 gebildet hatte. Die Polizei sprach zunächst von einer Länge von 4,5 Kilometern, korrigierte aber später auf zehn Kilometer nach oben. Gefahren wurde eine Strecke von etwa 36 Kilometern von Frankfurt nach Wiesbaden. Wer mit dem Fahrrad zuvor etwa aus Friedberg, Hanau oder Darmstadt nach Frankfurt kam, hatte eine weitere Distanz überwunden.

Bei der Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ging die Polizei zunächst von 4000 Menschen aus. Später, bei der Abfahrt Wiesbaden-Erbenheim, wurden 8500 Menschen gezählt. Laut Werner Buthe, dem Organisator der Sternfahrt, waren es im Verlauf der Strecke zwischen 10 000 und 12 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Wir hatten bei den zwölf Abfahrten entlang der Strecke zahlreiche Abgänge, weil vor allem Familien mit kleinen Kindern nicht die gesamte Distanz fahren konnten“, sagte er.

Fleischwunde und Bruch bei Sturz

Mathias Biemann vom VCD Frankfurt Rhein-Main fuhr den Pannenwagen am Ende der Kolonne. „Wir hatten die üblichen Reifenpannen und die einen oder anderen kleineren Schürfwunden und Verletzungen nach Stürzen“, sagte er. Ein Unfall, der zunächst als Oberschenkelhalsbruch diagnostiziert worden war, sei tatsächlich eine Fleischwunde am Oberschenkel gewesen. Bei einem Sturz kurz vorm Ziel habe sich eine Person den Arm gebrochen. Wegen der anhaltenden Hitze auf der Strecke sei es zu Schwächeanfällen und Dehydrierung einzelner Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekommen.

Bei der Sternfahrt hatten die Veranstalter exakt 70 232 Unterschriften für ein hessisches Verkehrswendegesetz an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) übergeben. Unter anderem soll der Anteil von Fuß-, Rad- und Nahverkehr am Modal Split in Hessen bis 2030 auf 65 Prozent steigen. Als nächstes stehen Verhandlungen mit den Fraktionen im Hessischen Landtag auf dem Programm.

Bei der Rückfahrt von Wiesbaden nach Frankfurt waren die Mehrzweckabteile in den S-Bahnen voll. Dass Fahrräder nicht hätten mitgenommen werden können, wurde aber nicht bekannt. „Wir hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu aufgerufen, die Rückfahrt über den Nachmittag und Abend zu verteilen, damit es nicht zu Engpässen kommt“, sagte Buthe.

Mancher habe vorher ein ICE-Ticket mit Fahrradmitnahme gebucht, berichtete Anja Zeller vom VCD Hessen. Viele fuhren mit dem Fahrrad zurück, allein oder in einer Gruppe. Dabei kamen teilweise viele Kilometer zusammen. Andreas Merz von Parents for Future berichtete, er sei am Sonntag siebeneinhalb Stunden auf dem Rad gewesen und 125 Kilometer gefahren.

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