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Blick von der Kennedyallee aus auf die künftige DFB-Akademie: Noch ist es nur eine Computersimulation.
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Blick von der Kennedyallee aus auf die künftige DFB-Akademie: Noch ist es nur eine Computersimulation.

Galopprennbahn-Areal

DFB stellt seine Pläne für Akademie vor

  • Claus-Jürgen Göpfert
    VonClaus-Jürgen Göpfert
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Der DFB präsentiert in Frankfurt den Entwurf seiner Fußballakademie. Der Neubau soll rund 89 Millionen Euro kosten.

Das Gedränge der Journalisten ist schier unglaublich. Und die Show, die der Deutsche Fußball Bund (DFB) inszeniert, lehnt sich deutlich an US-Talkshows an. Da treten der Jogi auf und der Hansi, der Oliver und der Wolfgang, der Herbert darf auch nicht fehlen – nur der Herr Oberbürgermeister fremdelt hier ein wenig. Ganz am Ende, als die Spannung kaum noch auszuhalten ist, lüften DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff ein weißes Tuch und damit auch das Geheimnis um die geplante Fußballakademie des DFB.

Betont filigran und bescheiden kommt der Entwurf des Aachener Architekturbüros Kadawittfeld daher. Nur an einer Stelle vier Etagen hoch, sonst dreigeschossig, schmiegen sich die Baukörper unter einem gemeinsamen Dach in das Gelände der heutigen Galopprennbahn in Niederrad. „Es bleibt ein offenes Gelände“, versichert DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Keine Hochhäuser, Zäune, hohen Mauern.“ Vom Architekturbüro Kadawittfeld kennt man im Rhein-Main-Gebiet vor allem das wunderschöne Keltenmuseum am Glauberg, das sich dort in die Landschaft fügt.

Ähnlich transparent zeigt sich die 89 Millionen Euro teure DFB-Akademie. Von der Kennedyallee aus gibt es künftig eine weite Vorfahrt, die genug Raum lässt für Mannschaftsbusse und feiernde Fans. Der Fußballverband wollte unbedingt vor dem Bürgerentscheid über das Rennbahn-Gelände am 21. Juni diese Pläne vorzeigen – schließlich gilt es, die Kampagne der Bürgerinitiative „Pro Rennbahn“ zu entkräften.

Zu den Fakten: 70 Prozent des DFB-Geländes, so wird versichert, bestünden aus „Grün und Rasenflächen“. Ein „Sportboulevard“ verbindet künftig das Gebäude der eigentlichen Akademie mit einem Logistikbau. Ob die geplante Fußballhalle tatsächlich kommt, entscheidet erst am 10. Juli das DFB-Präsidium. Der Verband finanziert alles selbst, ohne einen einzigen Euro öffentlichen Geldes. Schon heute arbeiten im jetzigen DFB-Domizil an der Otto-Fleck-Schneise knapp 300 Menschen, in der Akademie werden es noch einmal 80 mehr sein.

80 Hotelzimmer mit 90 Betten mit kargem „Jugendherbergsniveau“, wie versichert wird. Alles unter einem Dach: Nicht nur Spielerinnen und Spieler werden hier künftig ausgebildet, auch Trainerinnen und Trainer und nicht zuletzt Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Und warum das Ganze? Jetzt kommen wieder der Jogi, der Hansi, der Oliver und der Wolfgang sowie der Herbert ins Spiel, die vom Moderator konsequent geduzt werden.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach schildert die heutige, bestürzende Situation: Alle großen Fußball-Nationen besäßen ein nationales Fußball-Heiligtum, nein, ein „Sportzentrum“, also England, Frankreich, Italien – nur Deutschland nicht. Bundestrainer Jogi Löw appelliert im beschwörenden Ton an die Fußballnation, sich „auf keinen Fall auszuruhen: Der Fußball entwickelt sich weiter!“ DFB-Sportdirektor Hansi Flick ruft: „Wir wollen nicht verwalten, sondern gestalten!“ Herbert Fandel, Obmann der Schiedsrichter, freut sich: „Auch wir bekommen ein Dach über dem Kopf.“

Bierhoff ruft noch einmal die düstere Zeit nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1990 in Erinnerung, als sich der DFB „zehn Jahre lang ausgeruht“ habe. Das dürfe sich nicht wiederholen. Da bleibt auch dem Oberbürgermeister nur noch die Einsicht: „Man muss einfach parteiisch sein.“

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